Zurück nach Chennai und weiter nach Hyderabad

(Freitag, 17. Mai bis Samstag 25. Mai)

Als wäre ich nie weg gewesen. So fühlte es sich an, wieder zurück nach Chennai zu kommen.

Etwas hat sich in der Zwischenzeit getan, noch nie zuvor war ich annähernd so schnell durch die Visakontrolle. Dafür dauerte es entsprechend länger, bis ich meinen Koffer hatte. Doch auch das trübte meine Wiedersehensfreude nicht! Trotz der mitternächtlichen Zeit machte ich mich zu Hause hungrig über die frischen Mangos her, lange hatte ich darauf gewartet!

Samstag war gemütlich, ausschlafen ausräumen im neuen Zimmer, Gym anschauen und ausprobieren für eine Stunde auf dem doch eher kleinen Indoorrad. Sogar ein Pool gibt es hier in dieser Überbauung, echt toll! Der Bademeister meinte, der Pool ist 50 m lang. Meine Schwimmzeiten sind also besser als je zuvor 

Am Abend hatten wir uns zum Essen im Hilton verabredet. Als ich aus dem Auto stieg, begrüsste mich Rajinikanth freudestrahlend. Ich plauderte mit weiteren Angestellten bis ich im Restaurant auf Anand traf. Mittlerweile zum Manager befördert hatte er uns einen Tisch reserviert und servierte mir einen kleinen Nachtisch mit dem Schriftzug “Welcome Home”. Sprachlos! Nach über zwei Jahren werde ich immer noch so verwöhnt! Mein Lieblingsessen war auch bald bereit und so genoss ich mein Paneer Butter Masala mit Malabar Parotta mit breitem Grinsen. Die Portion war gross, entsprechend voll lag ich danach zu Hause auf dem Sessel vor dem Fernseher, immer noch glücklich.

 

 

 

 

Rührei, Rusk und Chai zum Frühstück, zusammen mit frischen Mangos. Hab ich schon erwähnt dass ich verwöhnt bin?

Wir holten Lorena und Bernadette im Hilton ab, natürlich konnte ich es nicht lassen, noch mit den Jungs am Empfang zu sprechen. Zu lange hatte ich sie nicht gesehen und ich wurde sogar an der Stimme erkannt, so dass auch der Letzte aus dem Büro rauskam. Alle kenne ich mittlerweile nicht mehr, mit einigen (auch Ehemaligen) bin ich immer noch im Kontakt.

Heute war Shopping angesagt, wir drei Mädels brauchten Kleidung für die anstehende Hochzeit. Einige Zeit und Nerven später hatten wir Sarees und was sonst noch nötig ist, sehr toll! Ich hatte mich schon lange auf Avengers gefreut und diesen Film in Indien zu sehen ist etwas Gigantisches. Das Publikum feiert lauthals mit, klatscht und pfeift und unterstützt so die Helden auf der Leinwand. Ein Erlebnis, das ich immer wieder geniesse!

Sehr früh ging es am Montag Morgen nach Hyderabad, ich muss ja auch mal arbeiten. Hyderabad ist ca. 1:20 h Flug von Chennai entfernt. Bürozeiten sind hier von 11 bis 20 Uhr. Ich konnte also noch etwas Schlaf nachholen, bevor ich im Büro erwartet wurde.

Es sah ungefähr so aus wie erwartet: Grossraumbüros, überall mal wieder ein paar Wachmänner und Putzfrauen und ganz viele Inder. Der Kleidungsstil ist lockerer als ich es gewohnt bin. Sehr schön. Ich traf die ersten Teammitglieder, die die Schweiz unterstützen und verbrachte den ganzen Tag damit, weitere zu treffen. Endlich lernte ich auch einen langjährigen Kollegen mal persönlich kennen. Er hatte den gleichen Wechsel ein paar Monate vor mir gemacht. Ich sollte noch weitere treffen, der Wechsel von gelb zu grün ist auch hier nicht ungewöhnlich.

Es reichte zwischendurch für ein paar Puffs aus der Kantine, später für eine Schale frische Früchte und Chai. Als ich abends im Hotel nach einem Chauffeur fragte, wurde ich einem zugeteilt, der schon unterwegs war und so lernte ich auf dem Heimweg eine Deutsche kennen, die für drei Monate in Hyderabad ist. Nach einem Essen im Hotelrestaurant war ich erst ca. 22:30 im Zimmer, ungewohnt spät.

Dienstag begann mit 50 Minuten auf dem Laufband mit schmerzfreien Intervallen, gefolgt von einer Stunde Yoga am Pool, offeriert vom Hotel. Den Weg ins Büro kannte ich bereits, so war ich dann auch etwas früher dort. Mein Meetingmarathon ging weiter, ich lernte nun auch die Chefs etc. kennen und begann, mein Offshore Netzwerk wieder aufzubauen. Das hatte ich in den letzten Monaten stark vermisst! Und mit etwas Schokolade (ok, ein paar Kilos) funktionierte auch meine Bestechung, meine indische Seite gemischt mit Schweizer Tradition.

Zum Mittagessen gab es ein Paneercombo mit Parotha (einer Art Brotfladen) in der Kantine, für INR 70 (ca. CHF 1), lecker! Zum Abendessen versuchten wir dieses Mal das indische Hotelrestaurant, auch sehr lecker, aber ich fühle mich nicht sehr gut wenn ich erst nach 21 Uhr esse.

Mittwochs probierte ich den Pool aus. Wer kommt auf die Idee, die Länge bei 27 m festzulegen? Ich musste früher aufgeben, der Chlorgehalt war zu hoch, den Geschmack im Mund brachte ich den ganzen Tag nicht mehr los. Auch nicht mit meinen unzähligen Chais für INR 10 nicht.

Das Highlight des heutigen Tages war, dass ich vom K Block, in dem meine Teams arbeiten, in den F Block musste. Entweder Shuttle mit dreimal umsteigen oder Uber. Einfache Entscheidung. Dafür musste ich feststellen, dass in Hyderabad anderes Hindi gesprochen wird als ich es kenne. Mit viel Geduld haben wir uns dann doch verstanden. Unser sehr kleines Team im F Block arbeitet wegen der USA von 14 bis 23 Uhr und muss übrigens alle Anfragen innert 4 Stunden bearbeiten. Ich bin beeindruckt! Und genau heute hatte ich keine Schokolade dabei!

Donnerstag begann abgesehen von erbarmungslosen 90 Minuten Netflix ähm Velofahren vor dem Frühstück normal. Zum Abendessen hatte ich mit einem indischen Kollegen abgemacht. Auf seinem Motorrad hatte er ganz klar mehr Angst als ich, ich wäre viel schneller gefahren. Im Restaurant neben dem Hotel bestellten wir einmal mehr sehr leckeres Essen, einmal mehr ass ich viel zu viel! Er zeigte mir anschliessend noch die neuen Büros, zwei riesige Gebäude stehen bereits, das dritte ist im Bau. Da sollen dann mal alle unzähligen Mitarbeiter einquartiert werden.

Freitag: Pool, Gym, Frühstück, Büro. Schon fast Alltag. Heute musste ich noch die restliche Schokolade loswerden und schaffte es auch, beim “walk in IT” Schalter meine Computerprobleme hoffentlich so zu beheben, dass ich nächste Woche problemlos von zu Hause aus arbeiten kann. Ich genoss die letzte Früchteschale, mehr konnte ich eh nicht essen nach dem gestrigen Festmahl. Ich bestellte den Fahrer, mit Umweg über Block F, für die letzte Schokolade. Soviel Fleiss soll nicht unbelohnt bleiben. Und genau dieses Team wird diesen Monat noch viel zu tun haben.

Sehr früh war ich wach am Samstag, um 6 Uhr holte mich Manoj ab. Er hatte mich im Dezember 2016 über die Ziellinie des Chennai Triathlon gezogen. Heute joggten wir zwei Runden durch den Park. Meine erste gemeinsame Laufrunde seit 1.5 Jahren! Die Hitze machte sich dann noch bemerkbar, ich war froh um die vielen Wasserspender entlang unserer Runde. Viele waren zu Fuss unterwegs, die meisten spazierend oder in einem Aussengym (also ein paar Geräte auf einer Wiese oder so). Manoj durfte mich dann offiziell in den Hotelpool begleiten und ich gab ihm einige Tipps zu seinem Schwimmstil. Dafür hatten wir uns ein leckeres Frühstück verdient!

Er musste noch einkaufen, ich ging mit und begann schon mal, Shirts für die Kinder zu kaufen, Avengers sind hier auch hoch im Kurs!

Schnell hatte ich gepackt, erreichte den Flughafen und nachdem die Handgepäckröntgenmaschine (oder wie heisst das Ding?) wieder repariert war, gab es sogar noch einen Snack vor meinem Heimflug nach Chennai

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