Santa Maria, Sant Salvador, Cap de Formentor, Lluc, Puig Major

(Freitag 28. April bis Dienstag 2. Mai 2017)

 

Mit 1:20 h Verspätung erreichten wir am Freitagabend den Flughafen in Palma de Mallorca, wo uns eigentlich ein Privattransport von einer langen Wartezeit abhalten sollte. Wie Murphy es wollte, hatte da irgendetwas nicht geklappt und wir mussten geschlagene 45 Minuten auf unser grosses Auto warten. Der Fahrer schaute schockiert auf unsere 7 grossen Koffer plus einmal Velokoffer, schaffte es aber, alles im Kofferraum des kleinen Bus zu verstauen. Ich legte mich auf die hinterste Rückbank um noch etwas Schlaf zu suchen und wurde kurz vor dem Ziel durch eine Vollbremsung abrupt geweckt. Halb am Boden liegend, halb am Vordersitz klebend, schaute ich aus dem Fenster. Ich erkannte nichts mehr von vor zwei Jahren, das lag sicher nicht daran, dass das Hotel erst heute wieder aufging nach 6 Monaten Renovation.

Tatjana hatte (mit einem anderen Flug und einem Transfer für einen Bruchteil unserer Kosten) das Hotel bereits erreicht, kam aber so kurz vor Mitternacht noch auf einen Schlummertrink nach draussen. Erschöpft legten wir uns alle schlafen, glücklich im Urlaub zu sein!

 

Ich hatte schlecht geschlafen, war aber bei dem grossen Frühstücksbuffet bald wach! Anschliessend holten wir unsere Mieträder ab, kauften Trinkwasser und schon waren wir auf unseren Zweirädern unterwegs. Heute Samstag sollte es ein „lockeres“ Einrollen sein. Das Ziel war ein Café, das die wohl grösste/beste Auswahl an Kuchen bot. Dafür nahmen wir eine Strecke von gut 40 km in Kauf. Es klappte gut, wir rollten gemütlich und genossen die wärmeren Temperaturen. Am Ziel angekommen wurden wir nicht enttäuscht! Ich konnte mich kaum entscheiden!

Der Rückweg dauerte dann etwas länger, es war für die meisten noch früh im Jahr, nur wenige hatten schon viele Kilometer in den Beinen, aber wir haben Urlaub und Zeit! Nach 87 km und etwas mehr als 4 Stunden Fahrt erreichten wir das Hotel und sprangen kurzerhand ins kalte Meer. Es tat gut! Nur schade, dass dunkle Wolken aufgezogen waren. Hoffentlich war es morgen besser!

Ich war ziemlich erschöpft und döste noch vor dem Abendessen ein. Für mehrere Durchgänge am Buffet und einen Schlummertrunk stand ich aber sehr gerne nochmals auf!

 

Am Sonntag waren immer noch dunkle Wolken am Himmel, ich hatte Ämlinge an und die Windjacke (mit viel zu Essen) eingepackt. Giorgio und Markus verliessen uns nach einem Teil der Strecke, wir setzten unseren Weg über die sogenannte Wellblechpiste fort (hoch und runter). Nach einiger Zeit kam dann der Sant Salvador, ein Hügel, der bei schönem Wetter wohl einen schönen Ausblick bieten würde. Die 4.8 km Anstieg dauerten (mindestens bei mir) eine Weile, aber auch dies fand ein Ende, mit mässiger Aussicht, aber kaltem Wind. Die Abfahrt mit den engen Kurven war dann schneller, ich erreichte Geschwindigkeiten bis 56 km/h. Nach einem Trinkstopp ging die Reise weiter, mit schnellen 30 km/h durch die Ebene im Gegenwind. Das war fast zu schnell für mich, vor allem im Wissen, dass ich noch 70 km vor mir hatte. Ich versuchte es tapfer, war dann aber doch froh, als eine Ortschaft kam, die uns zum Bremsen zwang. Kurz darauf mussten wir leider alle umkehren, was für mich gerade recht kam. Mit neuer Energie ging der Heimweg viel einfacher, aber mein versuchter Schlussspurt an einem kleinen Anstieg war kläglich.

Zurück im Hotel waren Tatjana und ich noch so fit, dass wir noch ein Training im Schwimmbad absolvierten, bevor wir wenige Minuten im heissen Sprudelbecken genossen.

Am Abend waren wir dann so müde, dass wir auf die zweite Runde Schlummertrunk verzichten mussten, ich schlief diesmal wie ein Stein, ich war erschöpft, aber es war ein guter Tag!

 

Der Montag fing mit schlechtem Wetter an. Doris und Werner starteten ihre 200 km Tour nicht einmal, Dani, Tatjana und ich fuhren bei leichtem Regen los in den Norden. Beim Aufstieg auf den Aussichtspunkt für in Richtung des Kap de Formentor zeigte sich klar die Sonne. Bis wir das Ende beim Leuchtturm erreichten, hatten wir sehr viele Radfahrer gesehen und einige Autos überholt, die sich beim Ziel einen Parkplatz suchen wollten. Wir genossen die Sonnenstrahlen und die Wärme, aber leider klappte es nicht mit einem Selfie mit dem Ziegenbock. Der Weg zurück war gleich erfrischend wie der Hinweg: auf und ab, etwas Kurven, tolle Aussicht, ein Traum! Kilometermässig kein überragender Tag, aber wir hatten uns entschieden, dass wir auch etwas für unsere gute Laune tun müssen.

 

Die Motivation war nicht immer gleich, am Dienstag musste ich mich fast auf das Rad zwingen. Die Beine waren schwer, das Hinterteil reklamierte und schreite nach meinem bequemen Sattel zu Hause. Der erste Teil der Strecke führte der viel befahrenen Hauptstrasse entlang, das half gar nicht. Erst als wir nach einigen wenig befahrenen Querstrassen am Fusse des Lluc ankamen und ich (mit Hilfe eines PowerGels) erstaunlich gut den Pass hochkam, war das tolle Gefühl da! Herrlich, so sollte ein Urlaub sein! Ich hatte den Pass vor zwei Jahren schon mal gefahren, es hatte mir damals schon Spass gemacht, das half natürlich auch.

Oben angekommen verlangte ich nach meinem Glace als Belohnung, einmal mehr traumhaft. So beflügelt sagte ich zu, dass wir den anschliessenden Pass (Puig Major) auch noch gleich anhängen können. Die Beine wurden langsam schwerer, aber trotzdem konnte ich auch den zweiten Teil noch in vollen Zügen geniessen. Trotzdem war ich froh, als wir dann nach 122 km mit knapp 1600 Hm hungrig, aber in guter Laune, wieder im Hotel ankamen. Es reichte für eine Dusche, bevor das leckere Essensbuffet uns erwartete, gefolgt von einem weiteren Schlummertrunk.

Ich hatte also in wenigen Tagen die gefahrenen Kilometer in diesem Jahr schon verdreifacht und ich fühlte mich gut, darauf war ich schon etwas stolz! Ich bin immer noch am unteren Ende der Fitness, die ich gerne hätte, aber ich sehe klare Tendenzen in die richtige Richtung, das tut gut!

 

 

2 Kommentare

    • Dani De Bernardis auf 8. Mai 2017 bei 18:54

    Wie immer sehr interessant geschrieben! Ich war gleich nochmals dabei 🙂 Bin seeeehr auf den zweiten Teil gespannt 😉 Vor allem auf unsere Königsetappe 🙂

    • Jürg auf 5. Mai 2017 bei 12:33

    Du kennst schon nur 0 oder 1 (nichts oder vollgas) die Suunto hat sich ja fast überschlagen vor Erholungszeit. Du siehst auf den Bildern aber richtig glücklich aus, der Urlaub scheint dir gut zu tun, weiter so;-).

    Gruss Jürg

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