Ruhetag und wie man 6 Pässe in einen Tag packt….

(Mittwoch 3. Mai 2017 bis Sonntag, 7. Mai 2017)

Für Mittwoch war ein Ruhetag angesagt, das hatte ich mir auch verdient. Am Morgen mieteten wir uns ein Auto und fuhren zum Outlet, aber eher um zu flanieren als wirklich etwas zu kaufen. Den Nachmittag verbrachte ich am Strand in der Sonne, mit einer Pause im Meer zwischendurch. Die Wassertemperatur war leider immer noch sehr kühl, aber trotzdem wagten wir uns regelmässig in die Kälte. Ich genoss es riesig, einfach nur im Sand zu liegen und die Sonne zu spüren.

 

Wieder einmal einen Tag alle zusammen fahren, das war Giorgio’s Wunsch für heute. So entschieden wir uns für eine ca. 100 km Tour, wieder mit einem Stop im bekannten Kuchen-Café in Santa Maria. Leider war der Wunsch nicht ganz so einfach, die Geschwindigkeitsunterschiede waren zu gross, so dass sich die Gruppe meistens dann doch aufteilte. Das Wetter war traumhaft, kaum ein Wölkchen am Himmel, Sonne pur! Ich freute mich nach der Fahrt wieder auf einige Zeit am Strand mit meinem Buch, da hatte ich jetzt echt Gefallen gefunden!

 

Für Freitag hatten Werner und Doris sich eine Distanz über 250 km vorgenommen, auch Dani hat für Tatjana und mich eine gute Runde ausgesucht, 150 km mit über 2000 Hm. Etwas zurückhaltend ging es dann mal los, aber am dritten (von 6 Bergen) hatte ich meine gute Laune wieder gefunden, die Sonne war auch auf meiner Seite und so kam ich erstaunlich gut den Berg hoch. Die Abfahrten auf der anderen Seite der Pässe waren nicht immer einfach. Die Qualität der Strassen liess vor allem am Morgen noch stark zu wünschen übrig, so dass ich kein Vertrauen in die Strasse, das Rad und meine Fahrkünste hatte. Spätestens beim dritten Berg sahen die Strassen aber auch besser aus und ich genoss klar die schnellen Kurven.
Der Grosse Berg war dann aber noch vor uns. Den Puig Major hatte ich bei meinem letzten Besuch schon mal abgelehnt, diesmal waren wir vor zwei Tagen via Lluc bis auf den höchsten Punkt des Puig gefahren. Nun sollte es noch von der anderen Seite her sein. Es warteten 13 km mit ca. 5% Steigung auf uns, das war eine gute Stunde Aufstieg. Ich kämpfte, rechnete mit verbleibender Distanz und aktueller Geschwindigkeit um mich abzulenken und liess mich von den vielen überholenden Fahrern nicht irritieren. Auf den letzten 200 m überholte ich sogar noch einen jungen Herrn, dessen Rad massiv besser aussah als meines. Lange hatte ich ihn von hinten verfolgt, am Ende hatte ich noch die besseren Reserven 😀 Umso erstaunter war ich, als ich oben weder Tati noch Dani fand. Erst nach 10 Minuten kamen sie nach. Tati war nochmals umgekehrt, um Dani, den Rückenschmerzen quälten, abzuholen. Nach dieser Pause waren meine Beine so kalt und hart, dass ich kaum noch losfahren konnte, ich litt die ersten 300 m, aber danach ging es bergab. Am unteren Teil des Berges erreichte ich eine Maximalgeschwindigkeit von 62 km/h, musste aber kurz darauf viel bremsen, denn der Seitenwind war für mich zu viel, damit konnte ich (noch) nicht umgehen. Schade, beim Herunterzufahren zu bremsen, aber mein Rad zitterte und machte immer mal wieder einen Schlenker um dem Wind auszuweichen. Irgendwann erreichten wir dann die Fläche, Tati gab nochmals Gas und führte uns (wie auch alle anderen die sich hinten angehängt hatten) mit guter Geschwindigkeit schnell bis zum Meer. Die letzten 10 km nach Hause waren dann auch noch irgendwie überlebt, so dass ich über 9 Stunden nach der Abfahrt sagen konnte, dass ich heute einige Rekorde gebrochen hatte! Noch nie war ich so lange (7:18 Stunden), so weit (148.88 km) oder so hoch (ca. 2300 Hm) gefahren! Ich freute mich auf ein Bad im Meer, eine Dusche und ein reichhaltiges Essen, das hatte ich mir mehr als verdient. Glücklicherweise gab es nicht sehr viele Treppen im Hotel!

Werni und Doris kamen kurz vor dem Abendessen zurück, sie waren vor uns gestartet und wir hatten sie zweimal gekreuzt unterwegs, unsere Trikots kennen wir ja mittlerweile 🙂

 

Am nächsten Tag schmerzten meine Beine immer noch etwas, das Sitzleder war kaum beeinträchtigt, aber der Nacken nervte mich mehr, seit ich am zweiten Tag irgendetwas eingeklemmt hatte. Vor allem aber hatte ich nicht mehr wirklich Lust auf eine lange Tour. Trotzdem startete ich mit der Gruppe, drehte aber nach 10 km um und war nach einer Stunde wieder zu Hause.

Ich gab das Rad ab und legte mich an den Strand, herrlich in der Sonne zu liegen, den Wind und den Sand zu spüren und das Meer zu hören. So sollten Ferien sein! Irgendwann kam einer nach dem anderen zurück, ich wurde immer mal wieder abgeholt für eine Runde im Meer, bis wir dann uns für den letzten Abend bereit machten.

Giorgio und Markus hatten in der Altstadt von Alcudia ein nettes Restaurant gefunden, das uns eine prächtige Auswahl an Fleisch, Fisch und Tapas bot. Dieser gemütliche Abend rundete eine Woche ab, die wir alle sehr genossen hatten und die wir alle gerne noch verlängert hätten!

 

 

 

 

 

Am Sonntag blieb uns nur wenig Zeit für einen letzten Sprung ins Meer, bevor wir auschecken mussten. Unser Transport war diesmal pünktlich, mit Fantasie und Mühe schafften wir es auch, alles Gepäck einzuladen. Zum Glück hatten wir weniger Räder dabei als angemeldet, sonst hätte das nicht geklappt! Aber wir erreichten den Flughafen, ich fand endlich meinen McFlury und Niki brachte uns (diesmal pünktlich) zurück in die kalte Nässe.

 

 

 

 

Mit schlechter Vorbereitung von knapp 200 km zu Hause (verglichen mit ca. 40 km im ganzen Jahr 2016) kann ich also stolz sein auf die ca. 677 km, die ich hier in etwas mehr als 30 Stunden zurückgelegt hatte. Falls ich mal wieder Lust auf eine längere Tour habe, werde ich mir aber eine neue Uhr kaufen müssen, meine hatte am Freitag nach knapp 6 Stunden unterwegs sein aufgegeben…..

 

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