Pre-Season Bash!

(1.-7. Februar 2016)

Auch in der zweiten Trainingswoche hiess es wieder, viel technisches Steuerwissen zu vermitteln. Mittlerweile hatte ich Unterstützung aus Basel erhalten, er brannte darauf, die Neuen kennenzulernen und zu unterrichten. Für mich war es sehr wertvoll, da ich mich noch mehr um Organisatorisches und Administratives kümmern musste und so besser Zeit dafür fand.
Das Team machte immer noch fleissig mit und forderte uns indem sie alles hinterfragten bis sie es verstanden. Als wir zum Beispiel erklärten, dass unbewegliches Vermögen (Häuser) dort besteuert werden, wo es liegt, weil eben ein Haus nicht mitgenommen werden kann wie z.B. ein Auto oder Geld, meinte einer, dass in den USA auch Häuser gezügelt werden. Ihr seht, das Training hier ist anspruchsvoll.
Speziell für uns sind auch die personellen Angelegenheiten. So wurden wir am Montag angefragt, ob eine noch in der selben Woche zwei Tage frei haben könnte für die Hochzeit ihres Cousins. Da es ziemlich kurzfristig und während des Trainings war, gewährten wir ihr einen Tag, sie musste daher in der Nacht anreisen. Kurz darauf bat eine andere um einen freien Nachmittag, weil ihre Familie die Familie der möglichen Braut des Bruders besuchte. Das sei so üblich bei einer arrangierten Hochzeit. Erst danach erfuhr ich, dass die zu Verheiratenden (mindestebs in diesem Fall) das letzte Wort hatten. Immerhin…

An einem Tag hatten gleich zwei Teammitglieder Geburtstag und so organisierten wir einen Kuchen und genossen den mit dem Team, das hat so hier Tradition. Daran kann ich mich gewöhnen! 🙂

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Ich hatte am Freitag ziemliche Kopfschmerzen und entschied mich gegen Ausgang. Die Jungs hingegen liessen sich ins 30 km entfernte Novotel (1.5 h Fahrt!) bringen für eine Pool Party mit InterNations, eine Organisation für Expats, das hatten uns Kollegen vorgeschlagen. Es muss eine lange Nacht geworden sein;-)
Für Samstag war der PreSeasonBash angekündigt. Pünktlich (bzw. viel zu früh für indische Verhältnisse) warteten wir vor dem Büro auf die (klimatisierten) Reisebusse, die die ca. 200 Mitarbeiter im Steuerbereich an den Strand (ca. 50 km entfernt) bringen sollten. Nach zwei Stunden Fahrt (während der ich die ersten Tanzschritte lernte) erreichten wir den Platz am Meer. Meine welschen Kollegen kamen mir zuvor, schnell waren wir drei im kühlen Nass, herrlich! Das war aber nicht Teil des Plans und so wurde es etwas komplizierter für eine kurze Dusche. Es gab nur Duschmöglichkeiten am Pool, aber im Bikini durfte ich nicht durch das Resort laufen. Mit einem Tuch bedeckt folgte ich den Jungs vorbei an den Gästepavillons, wir sind ja flexibel 🙂

Zurück bei der Gruppe hatten Spiele begonnen, Wassertransport über die Köpfe, Zaubertricks, etc. Ein Spiel war nur für die Manager, die nach vorne mussten für eine Art Podiumsdiskussion. Sie hatten sich entschieden, uns Schweizer Manager nicht aufzubieten, so dass wir nicht Angst haben müssen, unser Gesicht zu verlieren, wenn wir nicht alles verstehen, weil ja fast alle mit indischem Akzent sprechen. Das wäre mir noch egal gewesen, aber ich war doch froh, nicht mit Mikro etwas zum Thema “Was google nicht weiss, aber ich weiss” erzählen zu müssen.

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Anschliessend begann endlich die Tanzmusik, manchmal Hindi, manchmal Tamil, dann mal wieder Englisch, eine bunte Mischung also. Wie einige vielleicht wissen, ich tanze sehr gerne! Aber meistens tanze ich für mich alleine. Das war hier eher ungewöhnlich, hier wird in Kreisen getanzt, zum Teil mit Choreografie, manchmal ohne, aber alle stehen im Kreis. Manchmal ist jemand mitten drin, aber nie jemand ausserhalb. So zogen sie mich zum Teil quer über die Tanzfläche in ihren Kreis, hauptsache ich tanzte nicht alleine. Ich lernte also viele neue Leute kennen, einige neue Tanzschritte und war nach einigen Stunden ziemlich erschöpft und durchgeschwitzt.

Der ganze Event fand draussen statt, unter freiem Himmel, gleich neben dem Sandstrand. Die Temperaturen waren ca. 25 Grad, auch noch nachts. Dank der leichten Brise war es jedoch angenehm. Gegen 18 Uhr ging dann die Sonne unter, trotzdem tanzten noch alle munter weiter! Wir sind nahe am Aequator, daher sind alle Tage in etwa ähnlich.. Die Sonne geht um 6 Uhr auf und um 18 Uhr unter.

Irgendwann war es dann Zeit zu gehen, wir stiegen wieder in Busse und wollten heimwärts. Der Fahrer hielt nach kurzer Zeit bereits an und musste nach dem Weg zurück auf die Schnellstrasse fragen. Für uns gab es dann einen Film auf Tamil, so dass wir nicht merken sollten, dass er unterwegs anhielt um für sich Abendessen zu kaufen. Pech gehabt, dass die zwei vordersten nur sehr wenig Tamil verstanden. Nach wenigen Stunden erreichten wir auch endlich wieder unser Hotel, auf verschiedenen Wegen 😉
Sonntag war dann ein ruhiger Tag, wir verbrachten ihn mit Fitness und im Einkaufszentrum, teils gemeinsam, teils jeder für sich. Einmal mehr nutzten wir Uber um (spontan) auswärts zu essen und einmal mehr konnte ich dem Fahrer den Weg zum Hotel erklären, ich werde langsam aber sicher zu einem der fast 5 Millionen Einwohner…

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1 Kommentar

    • Dani De Bernardis auf 12. Februar 2016 bei 06:53

    Immer wieder interessant und unterhaltsam was Du schreibst 🙂 Danke

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