Naturgewalten und historische Plätze

(Mittwoch, 29. Juli 2009)

Der Regen hat über Nacht aufgehört, es ist auch wärmer geworden. Martin und ich gehen beim Hotel duschen, eine Wohltat.
Frühstücken können wir draussen, es gibt heisse Schokolade (mit Milchpulver).
Anschliessend schnappen wir unsere Kameras und gehen zu den Touristen, die sich um den Geysir Strokkur aufgestellt haben. Ich versuche, die Blase, die sich vor der Explosion bildet, zu fotografieren, was nicht so einfach ist.
Immerhin werden wir nicht nass, wie andere um uns herum.
Viele Fotos später gönnen wir uns einen kleinen Imbiss in der Cafeteria. Da taucht plötzlich die Sonne auf und zieht die Jungs mit den Kameras wieder zum Geysir. Manu und ich brechen die Zelte ab, wir schwitzen schon fast bei warmen 15 Grad. Das Wetter meint es doch noch gut mit uns.
Unsere nächste Station ist Thingvellir, das in Island von grosser Bedeutung ist. Der mittelatlantische Rücken ist nicht so gut sichtbar wie andernorts, aber die Schlucht soll jählich 8 mm auseinanderdriften.
Gesetze wurden hier am Lögberg gesprochen, auch andere wichtige Entscheidungen wie der Beitritt zum Christentum wurden hier gefällt. Aber nicht nur die gesetzgebende Versammlung tagte hier, sondern auch Hinrichtungen fanden hier statt.
Wir schlendern den Pfaden entlang, die an Seeufern vorbeiführen und uns auf die Basaltmauern bringen. Die Aussicht über die kleinen Seen und das weite Land ist imposant. Etwas weiter vorne bietet der Öxarárfoss, ein künstlich entstandener Wasserfall, einen schönen Blick und das abfliessende Bachbett sieht aus, als ob es Feen und Trollen beherbergt. Wir geniessen den Ausblick, vor allem auch, weil es hier wieder grüner ist und auch (kleine) Bäume hat.
Während der Weiterfahrt beginnt es zu regnen. Manu und ich schlafen ein und erwachen beim Campingplatz in Hveragerði. Der ist ziemlich klein, aber hat genügend Platz für uns. Wir stellen unsere Zelte unter einer Birke auf und kochen Abendessen. Heute gibt es drei Gänge: Tomatensuppe, Curryreis und Salat. Uns geht es gut! Vor allem, als gegen Ende des Essens die Sonne sich zeigt, ist der Abend für uns perfekt.
Nach dem Abwasch spazieren wir durch die verlassenen Strassen dieser Ortschaft, wo sich alte Häuser an topmoderne Liegenschaften reihen. Das geothermische Gebiet ist gut abgeriegelt und bereits verschlossen. Wir wandern etwas den Berg hinauf, geniessen die unglaubliche Farbenvielfalt in der nordischen Abendsonne und schiessen fantastische Fotos.
Der Wind wird wieder stärker, aber für morgen ist Sonne angesagt. Das wäre gut für unseren morgigen Plan. Aber erst mal geniessen wir die Wärme in unseren Zelten.

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