Baden im Bergbach mal anders

(Donnerstag, 30. Juli 2009)

Die Sonne scheint wohl schon stundenlang, als wir erwachen. In unserem Zelt ist es ungewöhnlich warm. Wir frühstücken in der Sonne und freuen uns über diesen warmen Tag.
Mit dem Auto fahren wir an den Rand des Dorfes, packen unsere Wander- und Badesachen und laufen los. Erst kommen wir wieder an verschiedenen heissen Töpfen vorbei, aus denen es qualmt und spritzt. Nach einer guten Stunde unterwegs sehen wir bereits die ersten Badenden. Etwas später sieht man deutlich, wie der Fluss dampft. Wir marschieren erst mal ganz nach oben, um den Gipfel und auf der anderen Seite, dem kalten Bach entlang wieder zurück. Ab der Stelle, wo diese beiden unterschiedlichen Gewässer zusammen fliessen, ist baden angesagt. Der erste Pool ist uns allerdings fast zu heiss (schätzungsweise über 40 Grad), wir gehen noch ca. 100 m weiter und finden den perfekten Pool. An der tiefsten Stelle ist es über einen Meter, am Rande schön abfallend. Damit auch genügend Wasser im Pool ist, wurde eine kleine Staumauer erstellt. Ein künstlicher natürlicher Badeteich sozusagen. Solche sind entlang des Baches noch einige zu finden, je nach Temperatur sucht man sich einen aus.
Nach kurzer Zeit erhalten wir Gesellschaft von einem älteren Schweizer Pärchen, das seit zwei Wochen an der Südküste unterwegs ist. Wir unterhalten uns prächtig und geniessen alle das warme Wasser (ca. 35 Grad).
Leider sind nicht alle so höflich wie wir Schweizer und fragen ob Gesellschaft erwünscht ist. Eine bunt gemischte Gruppe Reisender macht sich neben unserem Gepäck breit, zieht sich umständlich um und springt ohne einen Ton zu sagen in “unseren” Pool. So schnell kann eine traumhafte Szene zu Ende sein. Da die Sonne sich versteckt und wir eh schon länger im Wasser sind, überlassen wir ihnen kampflos das Feld.
Irgendetwas muss in dem Wasser gewesen sein, denn die Mücken verfolgen uns bis zum Auto. Sie stechen zwar nicht, sind aber koordinativ eher unbegabt und stossen so oft an unsere Köpfe. Die Sonne ist zurück, der Wind hat Pause und so erleben wir doch noch einen fast heissen Tag. Mit hochgekrempelten Hosen und im T-Shirt beenden wir die heutige Wanderung zeitig. Manu und ich nutzen die vermutlich einmalige Gelegenheit und schlüpfen in unsere Flipflops. Das hätten wir uns vor einer Woche nicht vorzustellen getraut.
Nach einem kurzen Glacehalt an der nächsten Tankstelle fahren wir weiter in den Süden bei traumhaften 19 Grad. Martin hat auf einer Karte nochmals einen Vogelfelsen entdeckt, den er sich gerne anschauen möchte. Wir werden bald fündig und entdecken einige Papageientaucher in den Klippen. Die Fotosession erweist sich nicht als einfach, da wir nicht wissen, wie gut der Klippenrand hält. Immer wieder sind Fels- und Grasflächen abgestürzt.
Wir schiessen einige gute Fotos von diesen niedlichen Tieren und machen uns auf den Weg in die Hauptstadt.
Der Campingplatz in der Stadt ist gross und für uns ungewohnt voll. In der hintersten Ecke finden wir ein freies Plätzchen für unsere zwei Zelte, sogar unser Auto hat in der Nähe Platz.
Das Essen hat ziemlich gut gereicht, wir haben nur noch einige Suppen übrig, der Rest wurde gekocht und gegessen. Somit haben wir einige Kilos weniger auf der Heimreise.
Nach dem Essen sehen wir uns den Sonnenuntergang am Strand an.
Über Umwege gelangen wir zurück zum Campingplatz. Dort treffen wir das Schweizer Pärchen von Skaftafell wieder. Auch die Schweizer von Askja sind hier. Auch sonst sind noch viele hier, die auch noch um Mitternacht ungewohnt viel Lärm machen. Wir sind wieder in der Zivilisation angekommen.

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