Endlich grosse Fische (und andere Wassertiere)!

(Mittwoch, 5. Januar 2011)

Wieder erinnert uns der Wecker daran, dass wir uns auf das Frühstücksbuffet
stürzen sollen. Auf dem Rückweg schauen wir in der Tauchschule vorbei und
schreiben uns für Nachtschnorcheln, einen Schnorchelausflug und einen
Tauchgang ein, volles Programm. Aber wenn wir schon mal hier sind;-)
Anschliessend machen wir uns wieder bereit für’s Wasser, wir können nicht
nur zuschauen;-)
Den Weg durch die Mauer kennen wir schon gut, schnell sind wir beim Riff.
Wir schwimmen nach rechts und geniessen die prachtvolle Unterwasserwelt.
Auf einmal kann ich Martin nicht mehr entdecken. Ich drehe mich im Kreis
und suche das Wasser ab. Panisch hebe ich den Kopf aus dem Wasser und suche
auf der Oberfläche nach einem Schnorchelende. Meine Angst im Wasser dringt
wieder hervor und ich versuche, den Fischen auszuweichen. Martin entdecke
ich 20 m weiter und schimpfe erst mal mit ihm, er solle sich besser um
seine Freundin kümmern.
Plötzlich greift er kräftig nach meinem Oberarm. Überrascht folge ich
seinem Blick und entdecke in ca 15 m Entfernung einen knapp 1 m grossen
Hai, der mit kraftvollen Bewegungen durch das Wasser schwimmt, ohne eine
Welle zu verursachen. Gespannt sehen wir ihm zu, wie er aus unserem
Blickfeld verschwindet. Wir trauen uns nicht, ihm zu folgen.
Dasa Riff ist auf dieser Seite der Insel breiter, also von der Mauer bis
zum Abgrund etwa 40 m. Es ist hier auch tiefer und wir tauchen verspielt um
die grossen Korallen. So habe ich es mir vorgestellt!!
Auf der anderen Seite der Insel entdecke ich eine riesige, gut einen Meter
lange, breite, schwarze Moräne. Sie schlängelt sich durch die Korallen und
sucht sich einen guten Jagdplatz. Erschöpft steigen wir aus dem Wasser und
spazieren zu unserem Bungalow zurück.
Es ist Zeit für das Mittagessen, ein Salatteller sowie ein kurzer Abstecher
zum einladend aussehenden Dessertbuffet.
Wir gönnen uns eine Lesepause (endlich, ich bin immer noch am ersten
Buch…), bevor wir die Squashhalle erobern. Es läuft viel besser als
gestern, aber wir sind bereits nach dem Einspielen schweissnass (was nicht
nur an unserem Spiel liegt). Obwohl mir Martin viele Punkte schenkt,
verliere ich klar. Aber meine Fortschritte gefallen mir und ich erwische
immer mehr Bälle. Nach einer knappen Stunde sind wir erledigt und die
Wasserflasche leer.
Eine eiskalte Cola bringt uns wieder auf Vordermann, so dass wir uns auf
den Weg zu den Rochen machen können. Sie sollen am späteren Nachmittag an
der vorderen Seite der Insel schwimmen. Wir entscheiden uns gegen den
Spaziergang und für die Beinarbeit und umschwimmen die Insel ein zweites
Mal heute.
Schon kurz nach unserem Einstieg zerrt Martin wieder an meinem Arm. Etwa 3
m vor uns paddelt eine Schildkröte. Endlich! Diese Tiere gefallen mir sehr
und ich wollte unbedingt eine sehen, aber die haben anscheinend keine
festen Schwimmplätze. Wir verfolgen sie ein paar Meter und lassen sie dann
ziehen. Etwas weiter deutet Martin in die andere Richtung: Ein Hai schwimmt
neben dem Riffhang. Mit seiner Grösse von gut eineinhalb Metern ist er sehr
beeindruckend, aber er scheint uns nicht zu bemerken (oder lässt sich
zumindest nichts anmerken). Heute scheint für uns ein Glückstag zu sein!
Am äusseren Riffende kämpfen wir gegen die Strömung, erreichen dann aber
doch noch mit kräftigen Beinschlägen die Einstiegstelle, an der sich Rochen
aufhalten sollen. Tatsächlich, eine schwimmt gemütlich unten am Riff nach
zur Wasseroberfläche und in Richtung Strand. Mir kommt Steve Irwin in den
Sinn und ich halte Abstand. Martin entdeckt nochmals einen Hai sowie einen
Feuerfisch. Beflügelt von dieser aussergewöhnlichen Auswahl steigen wir aus
dem Wasser. Wieder ist eine Stunde wie im Flug vergangen und wir schwanken
mit leichtem Schwindelgefühl zu unserer Hütte zurück.
Bei der Bar sind heute sieben Rochen anzutreffen, mit einem halben bis gut
eineinhalb Meter Durchmesse segeln diese flachen, runden Tiere durch das
Wasser.
Nach einer erfrischenden Dusche geht es uns viel besser, aber das
Schwindelgefühl kehrt nach dem zweiten Drink (vor dem Abendessen!) wieder
zurück.
Ich habe schnell gelernt, dass die verschiedenen Curry-Variationen an jedem
Buffet (morgens, mittags, abends) für mich ungeeignet sind. Heute abend
muss ich aber die frittierten Fischbällchen liegen lassen, denn – wie
Fisherman sagen würde – ich bin zu schwach. Aber das Dessertbuffet ist wie
immer umwerfend.
Am kleinen Hafen leuchten wie jeden Abend zwei Spots ins Wasser. Heute
tummeln sich unzählige Fische direkt an der Wasseroberfläche und streiten
um unsichtbares Essen. In der Tiefe kreisen Haie und ab und zu schaut ein
Rochen vorbei. Wenn ich mir überlege, dass ich morgen im Dunkeln ins Wasser
muss…

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