Farbige Fische überall

(Dienstag, 4. Januar 2011)

Der Wecker klingelt uns aus tiefem Schlaf. Wir wollen das Frühstück nicht
verpassen und hatten Recht mit dem Wecker! Nach der ersten
durchgeschlafenen Nacht (ca 11h!) sind wir erholter, aber morgens immer
noch gerädert.
Die schwüle Hitze, welche wir gestern vermisst hatten, empfängt mich jetzt
im Badezimmer. Die Klimaanlage war ausgeschaltet in der Nacht. Das Bad ohne
Decke konnte sich bereits in der Sonne aufwärmen, bis wir endlich aus dem
Bett kriechen.
Das Frühstücksbuffet ist gross, aber ich beschränke mich erst mal auf
Croissants und versuche erst im zweiten Gang die Waffeln und Donuts.
Zurück in unserem Bungalow wartet ein rosa Pellikan auf unserer Terrasse.
Der Begleiter erzählt, dass sie Aisha heisst und erlaubt uns, sie zu
streicheln. Der Schnabel ist beeindruckend, aber sie jage nicht mehr,
sondern werde von den Angestellten gefüttert. Dann machen wir uns bereit
für das Meer: eincremen, umziehen, Flossen, Schnorchel, Taucherbrille und
Kamera schnappen und los geht’s! Vor unserer Hütte führt eine Treppe ins
Meer. Das Wasser ist da erst etwa 30 cm tief und hellblau. Nach etwa 30 m
ist eine Mauer rund um die Insel aufgebaut, die verhindern soll, dass der
Sand in der Strömung weggeschwemmt wird.
Wir schwimmen durch ein Loch in dieser Mauer und sind bereits mitten im
Riff. Fische in allen Farben und Grössen tummeln sich darin, spielen,
jagen, essen. Alle paar Meter sehen wir wieder ein neues Exemplar. Manchmal
vergesse ich sogar das Atmen vor lauter Faszination. Oder ich schwimme
etwas tiefer, so dass Wasser in meinen Schnorchel dringt und mich husten
lässt. Es ist nicht ganz einfach, aber wir geben unser Bestes (und haben ja
noch einige Tage Zeit;-)).
Die Fische schwimmen einzeln oder in Gruppen, mal lose, mal ganz eng, über
das Riff. Nach der Mauer ist das Riff ca. 1 bis 3 m tief, nach etwa 10 m
von der Mauer fällt das Riff fast senkrecht ab ins Nirgendwo. Die Korallen
hatte ich mir farbiger vorgestellt, stattdesse sind viele von grauem Sand
bedeckt. Es finden sich aber immer wieder farbige, blaue, gelbe, rote,
Exemplare in allen Formen. Wir können uns kaum sattsehen und entdecken
immer wieder Neues. Martin zeigt mir eine grosse Moräne, die sich um einen
Stein gewickelt hat. Wir umschnorcheln die halbe Insel und steigen bei der
Tauchschule wieder aus dem Wasser.
Nach einer kurzen Pause packen wir unsere Squahschläger, holen an der Bar
eine neue Wasserflasche und versuchen, in der Hitze ein paar Bälle zu
treffen. Dies stellt sich schwerer heraus als wir gehofft hatten, aber wir
halten tapfer durch. Auf dem Rückweg tauschen wir die leere Flasche
nochmals gegen eine volle um, die Temperatur macht sehr durstig!
Da in unserem Bungalow die Klimaanlage repariert wird, gönnen wir uns ein
kleines Mittagessen. Unser Kellner, immer der gleiche, kommentiert unseren
ausschliesslichen Salatteller mit “You europeans are strange” und erinnert
uns daran, genügend zu trinken. Er trinke vier Flaschen pro Tag (=6 Liter).
Wir legen uns etwas auf die einladenden Liegestühle vor unserer Hütte und
blicken auf das Meer. In der Ferne sehen wir eine weitere Insel mit vielen
Wasserbungalows. Unsere Insel hat “nur” etwa 8 solcher Häuschen, die in
grossem Kreis um den Swimmingpool gebaut sind und links neben unserem
Bungalow ins Blickfeld kommen.
Lange können wir nicht zuschauen, es zieht uns auch wieder ins Wasser.
Diesmal ziehen wir der Mittagssonne wegen unsere Lycra-Shirts und Shorts
an. Nemo und Dory schwimmen mit ihren Kollegen immer noch um die Wette. Mir
hat es vor allem Nemo’s Familie angetan. Ich tauche nach jeder Anemone, die
ich sehe und suche die Bewohner. Einfach unbeschreiblich! Auch Seesterne,
Seegurken und Seeigel entdecken wir. Martin findet sogar eine Seeschlange,
die aber giftig sein soll. Wir schwimme bis uns die Strömung zu stark wird
und lassen uns wieder zu unserem Einstieg treiben. Ich wusste gar nicht,
dass Schwimmen so anstrengend sein kann. Mit der Zeit wird es auch immer
kühler, obwohl sich im Wasser kalte und warme Stellen abwechseln.
Lesend döse ich auf dem Liegestuhl ein, bis mich ein Vogel neben mir weckt.
Er streitet mit seinem Kollege um Essen. Im seichten Wasser sehen wir auch
eine kleinen Hai, ca 60 cm lang.
Mit der Kamera geniessen wir den kurzen Sonnenuntergang und gönnen uns
anschliessend einen flüssigen Apero. Neben der Bar erhellt ein Scheinwerfer
das ca einen halben Meter tiefe Wasser. Offiziell ist jetzt
Rochenfütterung, doch diese Tiefe wurden anscheinend nicht eingeladen.
Stattdessen sehen wir kleinere Fische und auch einen etwa ein Meter grossen
Hai und zwei Moränen. Neben uns ist ein Schweizer Paar, das sich auch zum
ersten Mal hier ausruht und auch begeistert ist von der Unterwasserwelt.
Zum Abendessen hat es wieder ein Salatbuffet, verschiedene Curry
Variationen, Reis und Nudeln sowie Gemüse und andere Beilagen. Verschiedene
Fisch- und Fleischgerichte werden frisch zubereitet. Das letzte Buffet ist
heute nicht nur ein Augenschmaus: Erdbeer-, Früchte- und Schokoladenmousse
vergehen förnlich auf der Zunge, einfach lecker!
Gemütlich spazieren wir auf dem beleuchteten Weg zurück zu unseren
Liegestühlen und geniessen den warmen Wind und die vielen Sterne am Himmel.
Im Licht unserer Taschenlampe, mit der wir von der Mauer aus das Meer
erkunden, verschwindet eine kleine Seeschlange.

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