Regenwald mal anders

(Sonntag, 9. März 2008)

Früh morgens machen wir uns auf den Weg zur Luftseilbahn, die uns nach Kuranda bringen soll. Wie uns gesagt wird, ist heute ein traumhafter Tag um Fotos zu machen, wie im Prospekt werden die Fotos, meinen die Angestellten.

Zu Zweit in einer 6er Gondel fahren wir eine Viertelstunde bis Red Peak. Da zeigt uns ein Ranger, wie die verschiedenen Pflanzen um Licht kämpfen. Nur ein Prozent des Lichtes erreicht den Waldboden. Gewisse Samen lassen, wenn sie oben auf die Baumwipfel fallen, ihre Wurzeln nach unten wachsen und verdrängen so den Baum, an dem sie nach unten schleichen. Um einem solchen Tod zu entrinnen, haben die Baumriesen eine leicht schälbare Rinde, die einfach abfällt, wenn sie gestört wird.

Ich habe bereits früher von der Pflanze namens Stinger Tree gehört, es aber für ein Märchen gehalten. Hier werde ich eines Besseren belehrt: Bei Berührung eines dieser Blätter bleiben die giftigen Härchen in der Haut stecken. Falls man die nicht rauszieht, verbreiten sie ihr Gift im Körper, bis die Härchen herausgewachsen sind. Das heisst also, es schmerzt erst mal zwei Wochen und dann die nächsten zwei Jahre ebenfalls, wenn man mit Wasser in Berührung kommt, da dann die Toxine wieder aktiviert werden. Also Finger weg!

Der nächste Stopp ist bei den Barron Falls, das sind 300m hohe Wasserfälle.

Diese sind sehr eindrücklich und die Gischt spritzt bis zur Aussichtsplattform hoch.

Dann geht es weiter bis nach Kuranda, einer Touristenstadt mitten im Regenwald. Wir schlendern etwas durch die Strassen und landen im Butterfly Sanctuary. Die Schmetterlinge haben eine Spannweite von bis zu 20cm.

Die Schlange, die vor 10 Tagen bei uns in der Zeitung war, weil sie das Meerschweinchen, die Katze und schliesslich auch den Chi-hua-hua der Familie gegessen hatte, ist auch hier in Kuranda. Leider haben wir sie jedoch nicht gesehen.

Mit der alten Eisenbahn fahren wir zurück an den Aussichtspunkt, zurück zu unserem Camper. Wir haben uns schon fast daran gewöhnt, links zu fahren und links zu schalten. Beim Losfahren sowie bei komplizierten Kreuzungen muss ich meist etwas länger überlegen, wo ich jetzt genau fahren muss, aber es klappt schon ganz gut.

Wir fahren noch ein paar Stunden ins Landesinnere, wo die Vegetation wieder ganz anders aussieht. Teilweise erinnert es uns gar an die Schweiz, sogar Kühe hat es hier. Jedoch ist hier alles viel weiter, wir fahren meist viele Kilometer, mal lange geradeaus, mal kurvig auf den Berg hinauf, bis wir jemanden sehen.

Spätestens als das Navi (das leider nicht immer so zuverlässig ist) anzeigt, dass wir in 160 km links abbiegen müssen, wird uns bewusst, dass hier ganz andere Dimensionen vorherrschen.

Wir sehen jetzt auch, weshalb man dies den roten Kontinent nennt, die Strassenränder sind dunkelrot, beim leichten Regen sogar noch schöner. Nach einem wunderbaren Sonnenuntergang suchen wir im Dunkeln einen Campingplatz.

Kröten und Frösche begegnen uns auf dem Weg zum Zähneputzen und die Vögel singen uns in den Schlaf.

 

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