“in 260km bitte links abbiegen”

(Montag, 10. März 2008)

Während ich das Frühstück vorbereite, jagd Martin mit seiner Kamera den Kakadus, Papageien und anderen Vögeln nach. Was wir zu Hause oft nur in Zoos sehen, fliegt hier frei umher. Rot, grün, grau, weiss, gelb, schwarz – diese Farbenpracht ist wunderschön.

Unterwegs sehen wir die ersten Känguruhs in freier Wildbahn, jedoch habe ich mir die etwas anders vorgestellt, als dass sie reglos am Strassenrand liegen. Dafür hätte ich nicht gedacht, dass wir so viele freilaufende Kühe sehen. Regelmässig fahren wir über Kuhgitter auf der Strasse.

Nach einer Stunde Fahrt kommen wir bei Undara Vulcano an. Leider sind momentan keine Touren in die Höhlen möglich, vielleicht wegen der Regenzeit. Gleich neben den Hütten säugen zwei Känguruhmütter ihre Jungen, sie lassen uns nahe an sich heran.

Wir machen uns zu Fuss auf zu einem Aussichtspunkt, der knapp 2 km entfernt sein soll. Lehmrote Wege schlängeln sich zwischen den Bäumen hindurch und über Felsplatten. Mannshohes Gras säumt den Pfad und zeigt uns auch Stabheuschrecken und farbige Blumen. Der Ausblick am Ziel ist sehr schön, ähnlich stelle ich mir die Olgas vor, nur viel grösser. Wir stehen auf Felsplatten, es hat grosse runde Steine – natürlich rot – um uns herumm und wir sehen über die weite Fläche mit den Bäumen. Nennt sich das Savanne? Ich bin mir nicht sicher…

Es ist mittlerweile sehr heiss und wir sind froh, dass wir eine Klimaanlage haben. Ich habe festgestellt, dass wir teilweise sehr lange Fahrstrecken haben, oftmals 400km an einem Tag. Wir haben noch viel vor uns…

Auf der Fahrt durch die Great Dividing Range, die die Küste vom Outback trennt, begegnen wir wenigen Fahrzeugen, aber etwa gleich vielen verschiedenen Vegetationen. Unser GPS Gerät speichert, wann wir wo sind. Zu Hause können wir diese Daten mit denen unserer Fotoapparate vergleichen, die speichern ja den Zeitpunkt. So wissen wir auch noch später, welches Foto die Vegetation an welchem Punkt unserer Reise zeigt.

Wir halten bei Greenvale um zu tanken. Vermutlich haben weder die Tankstellenfrau noch die zwei Polizisten vor Ort viel zu tun, kommt doch selten ein Auto vorbei. Während wir unsere Wassermelone geniessen, sitzen Vögel direkt über unsere Köpfe. Die farbigen Vögel begleiten uns noch länger.

Endlich, eine Schlange! Das etwa 1,5 m lange Tier liegt auf der Strasse und will das Auto vor uns angreifen (ja, ausnahmsweise ist da mal ein anderes Auto;-)). Erfolglos schlängelt sie sich dann zurück ins Gras.

Wir erreichen Townsville noch vor sechs Uhr. Das Einkaufscenter schliesst hinter uns und die Geschäfte in der Innenstadt sind schon seit fünf Uhr geschlossen. Auf dem Campingplatz werden Wagen an Wagen parkiert. Wir sind enttäuscht von dieser Stadt, wir haben anderes von einer Touristenstadt erwartet. Da alles schon geschlossen ist, können wir keine Reef Tour für morgen buchen. Wir werden es morgen auf gut Glück mal versuchen oder sonst gleich bei unserem nächsten Zielort vorreservieren.

 

Was ich gestern noch vergass zu erwähnen: Der Campingplatz gestern war so ziemlich "in the middle of nowhere", also keine Lichter rundherum. Dies ermöglichte uns einen sagenhaften Blick in den Himmel. Ich habe die Milchstrasse noch nie so deutlich gesehen und auch noch nie so viele Sterne! Ich bin gespannt, wie unser Aufenthalt in der Sternwarte vom Studienkollege von Martin wird…

 

 

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