Wetterpech

(Samstag, 17. Oktober 2009)

Regen! Nicht schon wieder! Ich drehe mich nochmals um und döse weiter.
Als wir uns dann endlich aus dem Bett trauen, ist der Himmel wieder blau und lockt uns nach draussen. Der Tisch ist schnell in die Sonne gerückt, so dass das Frühstück draussen auch so richtig Spass macht. Wir ziehen unsere Badesachen an und laufen zum Strand. Martin zeigt sich als Wasserratte und springt mit Schnorchel, Taucherbrille und Flossen in die Wellen. Für mich ist der Wind noch zu stark und das Wasser zu kalt, ich warte draussen. Auf dem Weg an einen anderen, windgeschützteren Strand ziehen bereits wieder graue Wolken auf. Wir ändern unsere Pläne, holen im Laden ein Stück kalte Pizza und frisches Wasser und setzen uns vor unser Zimmer. Als dann der Regen wirklich einsetzt, legen wir uns etwas hin und lesen weiter. Martin hat heute sein Buch beendet, auch auf mich wartet ein Neues.
Am späteren Nachmittag machen wir uns mit der Fotoausrüstung und genügend zu essen auf, um den Vulkan nochmals zu sehen. Ohne Führer darf man zur Zeit nur noch bis zur 400 m Grenze. Aber bereits von dort sollten einige gute Bilder möglich sein. Der Aufstieg führt erst durch dichtes Schilf, wo uns die Mücken mal wieder verfolgen. Dann wird das Gelände lichter, aber steiler. Dafür ist der Blick auf das Festland (Kalabrien) ungewohnt gut.
Man kann sogar einzelne Siedlungen erkennen, so klar ist die Luft. Bereits ab etwa 200 m kann man den Vulkankrater sehen. Wir steigen hoch, bis das GPS-Gerät 409 m anzeigt. Eigentlich hatten wir ein Schild erwartet, das besagt, dass ab hier nicht mehr weiter gegangen werden darf. Nichts dergleichen weist uns auf das Verbot hin. Noch auf dem Aufstieg bemerken wir eine graue Wand, die sich auf uns zu bewegt. Unser Plan war, dass wir uns auf 400 m einrichten, gemütlich essen und so auf die Dunkelheit warten, um dann gute Fotos machen zu können. Als jedoch der Regen einsetzt, überrede ich Martin, wieder abzusteigen. Auf dem ganzen Weg zum Osservatorio (Restaurant) tröpfelt es nur leicht, so dass sich bei mir das schlechte Gewissen zu regen beginnt. Erst als wir (mal wieder als erste) im Restaurant mit Blick auf den Krater sitzen und der Regen auf das Dach prasselt, bin ich sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Spätestens bei den ersten Blitzen ist auch Martin überzeugt. Eine deutsche und eine französische Familie der Führung gestern treffen wir hier wieder.
Auch sie haben den Tipp unseres Guides umgesetzt. Nach dem Essen stellen Martin und ich draussen vor dem Restaurant bei leichtem Regen die Kameras mit Stativ auf und richten sie so ungefähr zum Vulkan (was im Dunkeln nicht ganz so einfach ist. Der deutsche Familienvater, der sich so sehr über sein Stativ freute, macht ein erschrockenes Gesicht, als er unsere beiden Kameras (mit Regenhülle!;-)) sieht und verschwindet wieder zu seiner Familie. Wir knipsen drauflos, sobald der Vulkan etwas zeigt, aber es ist nicht einfach. Zudem dreht sich der Wind, so dass der Rauch des Vulkans in unsere Richtung geweht wird. Somit sieht der Ausbruch nur nach einer leuchtend orangen Wolke aus. Wir geben auf und laufen mit unseren Stirnlampen die halbe Stunde zurück ins Dorf. Morgrn ist auch noch ein Tag.
Kaum sind wir im Zimmer, legt der Regen wieder so richtig los. Die Temperaturen sind vor allem wegen des vielen Regens viel kälter, als wir es uns erhofft hatten. Wir sind froh, haben wir immerhin je einen warmen Pullover dabei. Und im Kleidershrank finden wir auch noch eine zusätzliche Wolldecke für’s Bett.

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