Wasserfälle und Vogelfelsen

(Montag, 20. Juli 2009)

Strahlender Sonnenschein weckt uns. Es dauert aber einige Zeit, bis wir dies realisieren. Die Dusche mit heissem Schwefelwasser wirkt Wunder und so sind wir kurze Zeit später mit vollem Magen und gepacktem Auto auf dem Weg oben an den Wasserfall. Eine traumhafte Kulisse bietet sich uns und ein ganzer Regenbogen zeigt uns den Weg zum Schatz, der einer der ersten Siedler hier versteckt haben soll.
Am Fusse des Wasserfalles sind wir froh um die Regenkleidung, so können wir nahe ans Wasser. Die Gischt ist so intensiv, dass der Regenbogen teilweise sogar ganz rund ist. Ohne Weitwinkelobjektiv ist dies aber nicht einzufangen;-)
Wir besichtigen noch einen kleinen Wasserfall gleich daneben, der von den meisten Touristen gar nicht gesehen wird. Der kurze Weg dem Bach entlang führt uns wieder durch ein Märchenland, wir können fast nicht genug davon kriegen!
In Vik können wir endlich unseren kaputten Reifen flicken lassen, das kostet uns zum Glück nur gut 30 Fr. Neben uns hat ein Bündner VW das gleiche Problem, allerdings sind sie schon länger unterwegs.
Wir lassen das Auto stehen und marschieren steil die 170 m hohen Klippen hoch. Vorne am Meer segeln die Möwen durch den starken Wind, wir jagen sie mit unseren Linsen. Nur die Papageientaucher bleiben eher bei den Vogelfelsen, die etwa 100 m vor uns im Meer stehen. Sie bieten den zahlreichen Vögeln gute Nistplätze. Schliesslich gelingt doch noch ein Schnappschuss eines solchen erfolgreichen Jägers und wir treten den Abstieg an.
Die Temperatur wäre nicht so schlecht, wenn nur der Wind nicht wäre. Ich bin froh, habe ich mir noch eine gute Softshelljacke gekauft, die den Wind sehr gut abhält. Trotzdem kühlen unsere Körper eher aus und erhitzen sich plötzlich, wenn wir im windstillen sind. Hauptsache, es regnet nicht, denn das Wetter hat sich stark verdunkelt, seit wir in Vik sind. Die Sonne ist weg, die Wolken ziehen schnell am Himmel vorbei.
Ausgerüstet mit Guetzli, Lakritze und Glace fahren wir einen kleinen Umweg zu einer Stelle bei der es geothermische Aktivitäten geben soll. Leider Fehlalarm, aber Hitchcock’s “Die Vögel” kommt uns in den Sinn als wir von den Muttermöwen angegriffen werden, weil wir uns den Jungen am Strassenrand zu stark nähern.
Die Brücke beim Skeidarársandur, über die wir fahren, wurde 1996 bei einem Vulkanausbruch sehr stark beschädigt. Einen Monat, nachdem der Vulkan unter dem Vatnajökull, dem grössten Gletscher Europas, ausbrach, stürzten Wassermassen mit tonnenschweren Eisbrocken Richtung Meer. Die jetzige Brücke wirkt stabil, wir passieren sie problemlos.
Auf dem Campingplatz treffen wir unsere Freunde vom Vorabend wieder. Damals konnte er beide Einweggrills nicht anzünden und sie verzweifelte beim Zelt aufstellen. Anscheinend haben sie die Hoffnung nicht aufgegeben.
Ebenfalls auf dem gleichen Campingplatz ist eine Pfadivereinigung. Sogar eine Schweizerdelegation (mit Flagge) ist vertreten. Neben unserem Zelt campiert ein weiteres Schweizer Pärchen. Allgemein hört man hier fast mehr schweizerdeutsch als an manchen Tagen in Zürich;-) Gegen 10 Uhr kochen wir Abendessen und die Pfaditruppe macht sich auf den Weg auf eine “Nacht”übung. Obwohl die Wolkendecke aufreisst, sitzen wir mit Mützen und dicken Faserpelzen beim Essen. Zum Glück ist der Schlafsack warm!

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