Umringt von Lavaströmen

(Samstag, 25. Juli 2009)

Mit Thermowäsche und Mütze im Seidenschlafsack und den Schlafsack gut zugezogen haben wir die Nacht gut überstanden. Morgens soll es ca. 0 Grad sein, aber es geht kein Wind und die Sonne scheint. Ein neuer wunderschöner Tag wartet auf uns.
Wir plaudern noch etwas mit den Schweizern neben uns, die vier Monate unterwegs sein werden. Sie geben uns Tipps für Myvatn und wir ihnen die Koordinaten des warmen Aussenpools von gestern.
Die Männer packen ihre Sachen und wandern los. Sie werden ca. 8 km über die Bergkette laufen. Wir Frauen brechen die Zelte ab, packen das Auto und Manu fährt vom Camping Drekagil zum oberen Parkplatz bei Vití. Besonders freuen wir uns, dass auch auf dieser Strecke zwei kleine Furten sind. Von da oben aus marschieren wir eine halbe Stunde über schwarze und rote Vulkansteine bis wir Öskjuvatn erreichen. Neben diesem grossen See hat es in einem Krater noch einen kleinen Schwefelsee, in dem man baden kann (ca. 27 Grad).
Wir machen uns jedoch auf in Richtung Bergkette um unseren Jungs entgegenzulaufen.
Ich fahre die Strecke zurück bis zum Camping, auch durch die zwei kleinen Bäche hindurch. Es macht Spass, mal am Steuer zu sitzen, aber sich rumkutschieren lassen ist auch sehr gut.
Die Fahrt geht weiter durch Ódáðahraun, das Lavafeld der Missetäter. Es erstreckt sich über Tausende Quadratkilometer und ist die grösste Wüstenregion Europas. Früher hatten sich hier Gesetzlose versteckt und nicht selten Reisende überfallen. Heute machen wir uns keine Sorgen darum. Erst durchqueren wir eine Lavawüste, in der sich der Weg um die grossen Brocken schlängelt. Als nächstes kommt eine Sandwüste, bei der wir auch etwas schneller (ca. 60-80 km/h) fahren können. Unterwegs sind noch zwei grössere Flussdurchquerungen zu bewältigen. Bei der ersten schlüpfe ich in meine Wasserschuhe, kremple die Hosen hoch und wate durchs kalte Wasser.
Schliesslich will unsere Überfahrt auch auf Video belegt sein. Bei der nächsten Furt wieder das gleiche Spiel mit dem Fotoapparat, da man Videos ja nicht ins Fotoalbum kleben kann;-) In der Zivilisation angekommen sind wir mitten im touristischen Hochland.
Das Gebiet um den Mývatn (dt. Mückensee) liegt auch auf dem Spalt zwischen den zwei Kontinentalplatten und ist daher vulkanisch sehr aktiv. Wir besichtigen in Krafla erst ein Kraftwerk und marschieren dann über die Pfade zwischen erkalteten Lavaströmen und dampfenden Erdspalten hindurch.
Es ist schon Essenszeit und wir haben den ganzen Tag nichts Richtiges gegessen. Der zweite Campingplatz ist perfekt für uns. Leider sind die Hütten alle ausgebucht, dabei wollten uns die Jungs damit überraschen, weil wir Mädels so tapfer in Askja durchgehalten haben.
Wir suchen uns den Platz aus ganz oben auf dem Campingareal mit der besten Aussicht auf das Gebiet. Während Manu kocht, stellen wir drei anderen die Zelte auf.
Wir essen mindestens beim Abendessen warm von unserem Benzinkocher. Zum Frühstück gibt es jeweils Brot (Toast), Butter, Käse und Aufschnitt. Dazu frischen heissen Tee, den wir auch in die grossen Thermosflaschen abfüllen, so dass wir den ganzen Tag etwas Warmes haben. So sind wir bestens gewappnet für dieses Klima;-) Die Sonne scheint nach einem wechselhaften Tag wieder am Abend, aber auch der Wind bläst noch. Zum Glück sind unsere Zelte winddicht.
Wir planen, morgen in dieser Gegend einiges anzuschauen und werden daher die Zelte einen Tag stehen lassen.

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