Stromboli

(Mittwoch, 24. September 2014)

Trotz der vermeintlich typisch italienischen Mentalität öffnete das Büro der Schifffahrtsgesellschaft pünktlich, wir ergatterten vier Tickets nach Stromboli. In der Unterkunft frühstückten wir einmal mehr auf der Terrasse mit Blick auf das Dorf, hinten das Meer. Daran könnten wir uns gewöhnen!
Die Überfahrt nach Stromboli verlief mehrheitlich problemlos, erst bei Ginostra waren die hohen Wellen etwas problematisch. In Stromboli fanden wir ein sauberes Vierbettzimmer in Gehdistanz zum Hafen, in der Nähe des Dorfzentrums, wenn man dies so nennen kann. Wir stärkten uns für eine Runde im Meer und legten uns in den heissen, schwarzen Sand, bis Martin es nicht mehr aushielt, den rauchenden Vulkan vom Strand her zu beobachten. Also packten wir das Nötigste (Essen, Kleider und Kamera) und liefen erwartungsvoll los.
Durch den kürzlich erfolgten grösseren Ausbruch mit fliessender Lava war der Gipfel (ca. 900 m ü. M.) für Touren gesperrt. Bis zu einer Höhe vom 290 m ü. M. war der Zugang gestattet. Gemäss unserer Gastgeberin werde der Aufstieg bis 400 m toleriert. Ausserdem sei immer noch fliessende Lava zu sehen, er spuke dafür nicht mehr so richtig. Wir waren gespannt.
Am frühen Abend erreichten wir die magische Grenze von 400 m. Ich hatte es mir spektakulärer vorgestellt. Auch von hier sah man nur den rauchenden Vulkan, immerhin aber noch eine rauchende Sciara del Fuoco, auf der immer wieder Brocken nach unten kullerten, eine weitere rauchende Spur hinter sich lassend. Die fliessende Lava entdeckten wir erst (und auch nur andeutungsweise!), als einige andere Touristen uns diese zeigten. Besser wurde es, als die Sonne unterging. Damit meine ich nicht den schönen Sonnenuntergang, dem die grösser werdende Meute von Zuschauern kaum Beachtung schenkte. Immer wieder zeigte sich etwas rot im Hang, je dunkler es wurde, desto intensiver. Dann war eine durchgehende, rot glühende Linie auf einem Drittel der gesamten Hanglänge ersichtlich. Ab und zu kullerten glühende Lavabrocken den Berg hinunter, manche glühten bis sie ins Meer eintauchten. Um das Spektakel zu vervollständigen, brach der Vulkan immer mal wieder aus, höher als ich es vom letzten Mal in Erinnerung hatte. Man kann sich das wie am Zürcher Silvesterfeuerwerk vorstellen: Aaahh und Oooohh überall, nur in etwas mehr Sprachen. Die Kommentare der Besucher amüsierten uns in den Pausen zwischen den Ausbrüchen.
Irgendwann, es war bereits stockdunkel, hatten Sandra und ich genug gesehen, wir liefen zum Restaurant etwas über Meereshöhe, mit Blick auf die seltener werdenden Ausbrüche und die mit Stirnlampen ausgerüsteten Wanderer auf dem Hoch- oder Runterweg. Es sah sehr gut aus von hier. Als auch die Jungs genügend Fotos gemacht hatten, assen wir gemütlich ein spätes Abendessen, nachdem auch der Vulkan Nachtruhe eingelegt zu haben schien. Müde, aber voller Eindrücke legten wir den Weg zurück ins Dorf in gefühlter Rekordzeit (40 Minuten) zurück.

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