Sonne pur und fast kein Wind

(Ostersonntag, 4. April 2010)

Ein strahlend schöner Tag erwartet uns. Wir haben gut ausgeschlafen und fühlen uns viel besser. Sogar meine Nase hat wieder normale Farbe nach den Erfrierungsanzeichen nach dem Sturm.
Wir geniessen das reichhaltige Frühstücksbuffet mit Sicht auf den klaren Himmel.
Nachdem Martin den Automat auf Parken gestellt hat, können wir den Motor sogar wieder starten. Ich war wohl gestern schon zu fest in Gedanken an das warme Zimmer, als ich das Auto parkte.
Wir fahren an die nächste Gletscherzunge und betrachten die zerrissenen Eisbrocken. Am Fusse liegt ein gefrorener See, die Spannungen im Eis sind gut zu hören. Mir gefällt es hier sehr gut, ich geniesse die Sicht auf den Gletscher.
Bei Skaftafell lassen wir das Auto stehen und spazieren die 1.5 km zum Svartifoss hinauf. Neben dem Wasserfall haben sich unzählige Eiszapfen gebildet, dank den fallenden Tropfen haben sich auch einige von unten her gebildet. Immer wieder krachen Eisbrocken mit lautem Knall auf den Boden.
Wir geniessen die Aussicht und die Sonne und laufen danach wieder ins Tal zurück.
Die nächste Station ist der Jökullsárlón. Wir finden davor aber einen anderen gemütlichen Platz wo wir in der warmen Sonne etwas zu Essen kochen (das erste warme Essen seit wir in Island sind!). Es weht nur ein leichter Wind und wir sehen auf die gefrorene Lagune und erwarten jeden Moment James Bond’s Aston Martin über das Eis jagen, doch es bleibt ruhig. Am Strand beim Jökulsárlón entdecken wir zwei Seehunde, die verspielt durch die Wellen jagen. Wir widmen uns den im Sand liegenden Eisbrocken und den darauf fallenden Wellen.
Den Sonnenuntergang sehen wir direkt an der Gletscherlagune, die leider auch zugefroren ist. Man kann sehr gut sehen, dass sich das Eis stetig bewegt. Eisplatten haben sich übereinander geschoben, sind abgesunken und über einem Stein aufgeplatzt oder liegen halb zerbrochen am Ufer. Alles tolle Fotosujets.
Eigentlich wollten wir die Polarlichter von hier aus fotographieren, aber die Kälte ist nicht zu unterschätzen und so sind wir eine Stunde nach Sonnenuntergang bei 0 Grad bereits wieder im Auto in Richtung Hotel.
Mit warmer Suppe und heissem Tee aus unserem Thermosflaschen legen wir uns ins Bett. Kaum fertig zeigen sich die ersten Polarlichter draussen und wir rennen los. Heute sehe ich sogar mit blossem Auge, wie sich die grünen Farbstreifen am Himmel bewegen. Es ist wunderschön anzusehen, aber leider unter dem Gefrierpunkt, also verziehen wir uns in unser neues Zimmer mit Blick zum Polarlicht.

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