Per 4×4 zum geheimen Ort

(Freitag, 24. Juli 2009)

Ich habe mich schon so sehr an den Urlaub gewöhnt, dass ich den Wecker nicht mal höre;-) Da wir heute eine lange Tour über ungewisse Strassen vor uns haben, wollen wir früh los.
Das Wetter meint es immer noch sehr gut mit uns, wir frühstücken an einem sonnigen Platz.
Nach einem kurzen Halt bei einer Staumauer verlassen wir die guten Strassen und fahren ins Nirgendwo. Von Freunden haben wir einen Tipp erhalten, wo ein wunderschöner heisser Pool versteckt ist.
Wir fahren über unbefestigte, steinige Strassen quer durch eine graue Steinwüste. Entlang der kleinen Flüsse hat sich eine grüne Landschaft gebildet. Wenige Autos begegnen uns in dieser weitläufigen Einöde.
Plötzlich stehen wir vor der ersten Furt, das heisst die Strasse führt durch den Fluss. Die Aufregung ist gross, aber vergebens. Die 30 cm Tiefe ist im Auto kaum zu spüren.
Endlich erreichen wir den geheimen Ort, auf dem wir uns schon von Anfang an freuen. Es stehen bereits drei grosse Autos mit deutschen Kennzeichen da, aber sie machen uns bereitwillig Platz. Der Bach ist bereits sehr heiss, doch der Pool, der unten am Wasserfall liegt ist glücklicherweise leicht kühler. So springen wir wie Gott uns schuf ins lang ersehnte Nass und wärmen unsere Körper auf. Die Aussicht auf den abfliessenden eiskalten Bach, der gleich daneben liegt, ist fantastisch! So einen Ausblick hatte ich beim Duschen noch nie!;-) Manu’s Kollege hat sogar noch eine Nachricht an uns versteckt, unglaublich!
Frisch gewaschen picknicken wir und fahren weiter. Unterwegs erwarten uns wieder mehrere Furten, die glücklicherweise nicht sehr tief sind.
Respekteinflössend sind sie allemal, besonders die mit 6 m Breite und guter Strömung, auch wenn sie nicht sehr tief ist.
Wir fahren auf Waschbrettpisten durch Sandwüsten, wo noch vereinzelte Grasbüschel wachsen. Weiter geht es durch eine Lavawüste, in der der Weg auch über die sonderbaren Steinsformationen führt. Entgegenkommende Autos sehen wir von Weitem an der Staubwolke, die hintendran aufgewirbelt wird.
Nach stundenlangem Fahren, teilweise sogar im Schritttempo, erreichen wir Askja mitten in der Steinwüste. Der Wind bläst kalt, dennoch sind viele Camper hier. Wir müssen bemitleidenswert aussehen, denn der Koch einer grossen Gruppe Franzosen bietet uns Reste an. So gibt es zu unserem Tomatenrisotto noch Hackfleischeintopf.
Während dem Essen (auf dem Steinboden hinter dem Auto, nicht wie die Franzosen in einem geheizten Zelt) beginnt es leicht zu graupeln. Die Temperaturangabe erübrigt sich somit, ich sage nur, es ist ****kalt. Aber wir sind gut ausgerüstet und tragen viele Schichten übereinander.
Neben uns sind Schweizer, die bereits zum vierten Mal hier sind, aber es noch nie so kalt hatten. Andererseits haben wir in der Woche, die wir schon fast hier sind, kaum Regen gehabt. Es stellt sich nun die Frage, was besser ist;-)
Auf unserem Verdauungsspaziergang durch die Schlucht, die leider doch nicht windstill ist, bin ich mal wieder froh, habe ich neue Wanderschuhe. Mit denen kann ich fast problemlos überall durchlaufen! Hinten in der Schlucht ist ein Wasserfall, der mit dem Moos etwas Farbe in dieses Grau bringt. Wir werfen Bimssteine ins Wasser und verfolgen sie bis zum Ausgang. So wärmen wir uns auf, um nicht frierend in den Schlafsack kriechen zu müssen.
Martin erwartet eine Nacht unter Null, also lege ich mich in der Thermowäsche ins Zelt und lausche dem Graupel, der auf unser Zelt fällt.

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