Montañita

(Samstag, 17. Juni – Mittwoch 21. Juni 2017)

Unser Gepäck gaben wir gegen eine Ticketnummer ab, in der Hoffnung, alles am Ziel unversehrt zurückzuerhalten. Die Wertsachen hatten wir in den Taschen unter der Jacke, Franziska hatte den Rucksack mit Essen und Büchern die ganze Zeit auf dem Schoss in ihren Armen. Die Fahrt war für 9 Stunden geplant. Bald schliefen wir beide ein. Ich erwachte, als einer vorne einen Monolog erzählte. Er sei unser Fahrer, 4 Tage pro Woche unterwegs, Frau und Kind vermissen ihn, aber als er dann nicht aufhörte zu reden und stattdessen noch die hohle Hand machte, begann ich mal wieder mal ernsthaft an meinen Spanischkenntnissen zu zweifen! Immer mal wieder hatten wir kürzere oder längere Stopps, aber keine Verkäufer stiegen zu, das lag wohl am Nachtbus. Ab und zu erwachte ich, aber grundsätzlich schlief ich einiges besser und länger als befürchtet. Als es hell wurde und die neun Stunden langsam zu Ende gingen, blieb ich dann wach und schaute mich um. Immer öfters stiegen Leute aus oder zu, der Bus stoppte meist kaum. Mit einer Stunde Verspätung erreichten wir Santa Elena umd fanden gleich den nächsten Bus nach Montañita. Zuvor reichte es glücklicherweise noch für Empanadas. 

Auch dieser Bus brauchte länger als erwartet, aber darauf hatten wir uns schon eingestellt. In Montañita stiegen die meisten aus und auch wir erhielten unser Gepäck wieder. Die Strassen waren dreckig und nass, überall Pfützen, es regnete leicht. Nicht ganz das Paradies, das wir uns für die letzten Tage erhofft hatten. 

Das Hotel war etwas erhöht, leicht sauberer und als wir nach einer Hängematte fragten, bekamen wir ein Balkonzimmer – kostenloses Upgrade? Im Zimmer warf ich die erste Heuschrecke raus, ignorierte die Ameisenstrasse im Badezimmer und dann gönnten wir uns etwas Erholung, einige Stunden Schlaf in einem bequemen Bett. 

Draussen war es immer noch regnerisch. Wir schlenderten dem Strand entlang und assen etwas, als wir die Massagetische entdeckten: 80 Minuten für 25 USD. Nacheinander lagen wir auf dem Tisch, bis es dunkel war. 

Nun war die Stadt erwacht. Stand reihte sich an Stand, überall gab es (die gleichen?) Drinks. Auch wir bestellten mit Happy Hour Rabatt und genossen eine gemütliche Lounge mit Chips. In der Disco nebenan begannen dann einige zu tanzen, aber Latinosound war noch nie so mein Ding, was es hier für mich schwieriger machte. 

Wir schliefen aus, frühstückten an der Bar im Hotel und legten uns wieder ins Zimmer. Die Temperatur war angenehm, aber die vielen Wolken und der leichte Regen war nicht sehr motivierend. Später schlenderten wir dem Strand entlang und lasen an einer Strandbar. Irgendwann wurde es doch zu langweilig und wir entschlossen uns, das Jacuzzi im Hotel auszuprobieren. Das obere war bereits besetzt, da setzten wir uns ins untere neben der Bar. Und stiegen gleich wieder raus. Es war zu heiss, das hatte ich noch nie gehabt. Der Chef versprach, die Temperatur zu reduzieren und brachte uns zwei Piña Coladas. Ich wechselte vom Jacuzzi zum normalen Pool und zurück, so war es angenehm. Als es dunkel wurde, wollten wir ins Partyzentrum zurück. Dort stellten wir fest, dass heute Sonntag war und somit nichts los. Zurück an der Hotelbar spielten wir Cafè International mit (Chili) Mojitos, bis die Bar schloss. 

Wieder frühstückten wir mit den vielen Katzen im Resort und standen dann kurz vor neun vor der Reception für die heutige Tagestour. Dann wurden wir an die Hauptstrasse geschickt, wo nach 10 Minuten ein junger Mann kam und uns umständlich erklärte, dass wir mit dem normalen Bus fahren müssen. Also stiegen wir ein in der Hoffnung, dass dann auch wirklich jemand am anderen Ende wartete. Wir waren nicht die einzigen im Bus mit solch ahnungslosen Gesichtern. Aber tatsächlich, wir wurden am Ziel in ein Auto verfrachtet und am Pier einer Frau übergeben, die uns dann an die Bootscrew weiterreichte. So fühlten wir uns. 

Das Boot war klein und es stank nach Benzin, aber mit dem Kopf zur Seite ging es sehr gut. Andere litten viel mehr und fütterten Fische. Kurz vor Mittag erreichten wir die Isla de la Plata, das Galapagos der Armen, wie wir später erfahren sollten. Wir dachten schon, auf der falschen Tour zu sein, denn wir hatten Walbeobachtung gebucht. Beim Schuhe anziehen freundeten wir uns mit einem Amerikaner und einem deutschen Pärchen an. Der Guide sprach extra langsames Spanisch, so dass wir so gut wie alles verstanden. Allgemein hatten wir festgestellt, dass hier weniger englisch sprachen, aber wir hatten gute Fortschritte im spanischen Verständnis gemacht! Die Wolkendecke hatte aufgetan und wir sahen Fregattas und Blaufusstölpel, sehr nah und schön zu fotografieren. Auch sonst war die Insel sehr schön mit farbigen Blumen. 

Am Strand stiegen wir zurück ins Boot, wo das Mittagessen (Sandwiches und Früchte) serviert wurde. Die Schnorcheltour fiel kurz aus, das Wasser war sehr trüb. Die Guides lockten die grossen Fische mit Brot, so dass sie ganz ganz nah kamen. Ich war dann doch froh, wieder auf dem Boot zu sein. 

Auf dem Rückweg suchten sie Plätze aus, wo sich Buckelwale tummelten und tatsächlich, wir sahen einige mit den Seiten- oder Schwanzflossen plantschen. Einer machte sogar einen Salto. Während Franziska dann mit Übelkeit kämpfte, überredete ich den Captain, mich (und eine Chilenin) oben auf Deck mitfahren zu lassen. Die Aussicht und der frische Wind waren traumhaft. Je näher wir ans Festland kamen, desto dichter und dunkler wurden die Wolken. 

An Land hatten wir (aus uns unerklärlichen Gründen) eine VIP Behandlung und wurden per Auto nach Montañita chauffiert, während die anderen den (Schul-)Bus nehmen mussten. 

Wir gönnten uns noch ein leckeres Essen, bevor wir im Regen zum Hotel zurück gingen. 

Auch am folgenden Tag regnete es leider. Also wieder sehr gemütlich: Frückstück, etwas relaxen im Zimmer und dann an unsere Bar am Ende des Strandes. Unser Tisch war besetzt, wir zogen dann aber nach dem ersten Jugo (=Fruchtsaft) auf unsere Lieblingslounge. Als der Regen dann stärker wurde, setzten wir uns an einen der hintere Tische. Wir sassen da, lasen, quatschten, genossen das Nichtstun und ab und zu mal was zu knabbern. Um 16 Uhr begann die Happy Hour, wir brauchten aber erst mal noch etwas zu essen, bis wir die Mojitos vertrugen. 

Zum Aufwärmen sassen wir in den nun kühleren Pool im Hotel, bis es dunkel wurde. Die Stadt war wieder etwas belebter, aber nicht vergleichbar mit dem was am Samstag abgegangen war. Nach dem Abendessen setzten wir uns in eine Bar, wo wir den Kellner nach den Boardgames fragten, die auch auf der Karte waren. Er stellte den Fernseher von Naturfilm auf Frauenhandball, bis er realisierte, was wir wollten. Einige Runden Vier gewinnt später wunderte er sich, dass wir die Happy Hour nicht ausnutzen wollten und auf den Gratisdrink verzichteten. Das schien schwer verständlich zu sein. 

Wir hatten schon die letzte Nacht in Guayaquil gebucht und suchten daher den Ticketschalter für den Bus für den nächsten Morgen. Dort trafen wir einen hilfsbereiten Ecuadorianer, der uns dann auch in die nächste Disco mitnahm um mit uns Salsa zu tanzen. Khris war nur wenig kleiner als ich (verglichen mit den kleinen Jungs auf dem Schiff) und ein guter Tänzer, trotzdem musste ich mich konzentrieren, die Schritte einigermassen richtig zu machen. Franziska genoss das Tanzen noch mehr, hatte aber mit dem anderen Tanzpartner nicht ganz so viel Glück. Ich tanzte bis mein Shirt schweissnass war, wir waren erst weit nach Mitternacht im Bett. 

Und auch der letzte Tag in Montañita begann mit Regen. Gepackt war schnell, zum Teil waren die Kleider noch nass, aber sie werden in ca. 48 Stunden gewaschen. Der Bus nach Guayaquil (angeblich ohne Halt) fuhr kurz nach 10 Uhr los, unser letztes Kapitel dieseer Reise hatte begonnen. 

Baños

(Mittwoch, 14. Juni – Freitag, 16. Juni 2017)
Im Taxi übten wir noch etwas unser Spanisch, am Busbahnhof war dann nichts mehr mit Englisch. Wir bekamen Tickets für den Bus in 15 Minuten, das passt. Die Fahrt nach Baños sollte ca. 3.5 Stunden dauern, Kostenpunkt 4.25 USD pro Person. 

Der Bus stand bereit und war nicht mal zur Hälfte gefüllt. Mit nur 4 Minuten Verspätung traten wir die Reise an. Im TV lief ein Actionfilm mit vielen Kampfszenen, die Kinder im Bus schien es nicht zu stören. Ab und zu hielten wir an (oder eher ein Rollstopp), um Gäste ein- oder aussteigen zu lassen. Immer mal wieder kamen auch Verkäufer dazu. Am meisten geschah bei einem Halt etwas später als Halbzeit: Mindestens 15 Verkäufer kamen hinein, mit Getränken, Sandwiches, Früchten, Glace, Powerbank und was man sonst noch so alles brauchen könnte. Es kamen sogar zwei Typen, die einen langen Momolog auf Spanisch führten und dann Geld wollten, absolut keine Ahnung wofür! Danach war der Bus voll, als wir weiterfuhren. 

Nach knapp vier Stunden und zwei Actionfilmen erreichten wir Baños, mitten in den Bergen. Unsere Unterkunft (gestern Abend spät gebucht) sei am Ende der einen Strasse, stand im Reiseführer. Meine App zeigte das Hostel etwas ausserhalb der Stadt. Als wir einen Einheimischen nach dem Weg fragten, lachte er nur. All das wären eindeutige Zeichen gewesen….

Wir folgten der Strasse, die dann schmaler wurde und begann anzusteigen. Immerhin waren noch Schilder zu sehen, noch 650m zum Casa Amarilla, wir waren also auf dem richtigen Weg. Aber diese 650 m waren steil und schmal, so dass maximal ein Esel hier hoch kommen würde. Einmal mussten wir pausieren, aber dann entdeckten wir die Eingangspforte, endlich!

Im Innern des Hauses stellte sich die Hausbesitzerin als Bettina (aus dem Engadin) vor. Sie führte diese Pension mit ihrem ecuadorianischen Mann seit etwa eineinhalb Jahren. Während sie unser Zimmer bereit machte, stellte Franziska fest, dass unsere Reservation für ein Hotel in der Stadt war, im Casa Amarilla City! Bettina stellte dies gleichzeitig fest und erklärte, dass ihr Mann für seine Eltern ein Haus gebaut habe und dort auch drei Zimmer vermietete, daher der gleiche Name. Wir durften dann entscheiden, wo wir bleiben wollten und nach langem Hin und Her (und längeren Plaudereien mit Bettina) machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Darwin, Bettina’s Mann, kam uns mit dem Auto entgegen, so weit er konnte, dann zeigte er uns sein Haus. Es war sehr hübsch dekoriert, die Zimmer klein und eng, aber hatten alles was wir brauchten. Nach 20 Jahren in der Schweiz verstand er auch schweizerdeutsch.

Franziska und ich schlenderten durch den Gemüsemarkt, kauften frische Brombeeren und beobachteten, wie ein entlaufenes Meerschweinchen eingefangen wurde. Unser morgiges Nachtessen?

Weiter liefen wir den Strassen entlang und fanden einen Stand mit Empanadas (Teigtaschen) mit allerlei Füllung, wir entschieden uns für Käse und Ananas und verschoben Banane/Schokolade für später. Wir hatten endlich den hübschen/touristischen Teil der Stadt entdeckt, so gefiel es mir schon besser. Die Kirche war gross und Franziska verfolgte die Messe in Spanisch. Anschliessend fanden wir ein leckeres Essen in einer irischen Bar mit schönen Wandmalereien, aber schon bald waren wir zurück in der Unterkunft. 


Die Nacht war zum Teil eher laut, aber jede Ausrede ist gut um auszuschlafen. Darwin machte uns leckeres Frühstück und dann spazierten wir los, in die Berge. Schon in der Stadt begann es steil anzusteigen, dann kamen viele Treppen, bis wir den Mirador de la Virgen erreichten. Mit Ausblick auf die unter uns liegende Stadt gönnten wir uns eine Verschnaufpause, bevor wir dem immer steiler werdenden Weg weiter folgten. 

Bald waren keine Treppen mehr da, nur noch Steine und Erde. Bei dem vielen Regen hier wird sich wohl ab und zu ein reissender Fluss auf dem Weg bilden. Mühsam kämpfend, unter Büschen bückend, erreichten wir ein Häuschen am Ende dieses Weges, ca. 800 Hm über der Stadt. Wo aber ist jetzt die Schaukel, die wir von der Stadt aus gesehen haben? Wir folgten einem Weg für 5 Minuten und entschieden uns dann für den anderen. Nach kurzer Zeit fanden wir das Gesuchte: Die Schaukel war 15 m hoch, zwei Männer halfen uns nacheinander mit Klettergurt und Helm, banden uns an die Schaukel und liessen den Boden unter uns fallen. Wir schaukelten beim ersten Mal in eine weisse Wolkenwand, beim zweiten Mal hatte ich einen schönen Blick auf Baños, was das Ganze etwas schlimmer machte. Alles in allem genossen wir die Riesenschaukel, sonst hätten wir uns ja nicht für eine zweite Runde entschieden. 

Weiter ging die Wanderung der Bergkante entlang, mit eigentlichem Ziel eines Hochkreuzes. Das sahen wir jedoch nicht mehr und der Weg war auch nicht so toll ausgeschildert, aber wir genossen die Bewegung. Unterwegs wurden wir von Downhillbikern in rasantem Tempo überholt, denen schien es egal zu sein, dass es überall so richtig steil war. Nach dem eher bewölkten und regnerischen Morgen zeigte uns die Sonne, wie schön die Landschaft hier aussah. 

Früher als geplant sahen wir die Schweizerfahne beim Casa Amarilla. Bettina brachte uns hausgemachtes Glace, zeigte uns den Garten bei Sonnenschein, erklärte die Blumen und das Gemüse, dann lasen wir auf der Terrasse bis Darwin mit Sohn Rumi eintraf. Er war fürs Kochen verantwortlich und wir hatten heute die Spezialitäzät bestellt: Meerschweinchen vom Grill. So etwas musste auch ich als Vegetarier mal probieren! Wir hatten ein Ganzes bestellt, im Wissen dass der Vater unseres Gastgebers dies sehr mag und dann auch gerne die Resten essen würde. Es war rauchig, aber zartes Fleisch. Für mich zuviel Fleisch, für Franziska zuviele Knochen, daher trugen wir das meiste dann auch hinunter in unsere Unterkunft für den Vater, der uns immer freundlich in Spanisch begrüsste. 
Es regnete die ganze Nacht, am Morgen war der Himmel auch noch wolkenverhangen. Wir zogen uns einigermassen regenfest an und schwangen uns auf die bereitstehenden Pferde. Für heute hatten wir eine Tour gebucht zum Wasderfall. Das konnte ja heiter werden. Mein Pferd war 5 Jahre alt und hiess Michael Jackson, das von Franziska war 6 und hörte (theoretisch) auf den Namen Whiskey. Meines folgte noch ziemlich gut bei links und rechts, aber wie es schneller laufen sollte, das lernte ich nicht mehr. Wir ritten mit Julio, unserem Führer, durch die Stadt und weitere Quartiere, bis wir den Wasserfall erreichten. Endlich mal absteigen, mein Po, Oberschenkel und Knie schmerzten, laufen tat gut. Der Rückweg war der gleiche Weg, nur feste Strassen, keine gemütlichen Weiden oder Grasflächen oder bequeme Wege. Mir taten die Pferde fast leid. Bald wusste ich nicht mehr wie sitzen und war froh, als Julio uns etwas früher gehen liess, damit wir noch etwas essen konnten in der Stadt. Mein Po schmerzte mehr als nach einer zu langen Velotour auf einem schlechten Sattel. Franziska’s Knie schmerzten. Aber auch das wird wieder!

Unser nächstes Ziel war der Laden mit Empanadas, lecker! Jeder von uns hatte zwei, Käse mit Guayaba und Banane mit Schokolade, sehr lecker! Gleich nebenan kauften wir ein Busticket für den heutigen Abend, ein direkter Bus (9 Stunden) nach Santa Elena, eine Stadt am Strand. Von dort aus sind es noch 30 Minuten nach Montañita, wo wir die letzten Ferientage verbringen wollen. 

Nach den Regentropfen am Morgen zeigte sich auch heute wieder das bessere Wetter am Nachmittag, so verbrachten wir die nächsten Stunden lesend in der Hängematte. 

An der Touristenstrasse fanden wir ein italienisches Restaurant, das sehr sehr gute Pasta servierte, zusammen mit schnulziger Musik. In der Unterkunft packten wir die letzten Dinge zusammen und machten uns bereit für eine lange Busfahrt….
PS: Irgendwann sollten wir auf einem Foto sein hier: www.casaamarilla-ec.com

Quito

(Montag, 12. Juni – Mittwoch 15. Juni 2017)

Am Flughafen in Quito fanden wir schnell ein Taxi für uns vier, das Einladen des Gepäcks ging etwas länger und ich sass schlussendlich mit meiner Tasche zwischen den Beinen auf dem Vordersitz. Die Umfahrungsstrasse der Stadt war vor einigen Jahren gebaut worden, um den Verkehr (und die daraus resultierenden Abgase) zu reduzieren. Leider mit mässigem Erfolg, wie wir später feststellen werden. 

Der Verkehr nahm aber erst im Stadtzentrum zu und wir fanden das Hilton problemlos. Am Empfang wurde uns mitgeteilt, dass wir ein Upgrade in eine Junior Suite erhalten für ein Zimmer. Die Augen meiner Mutter wurden gross, als sie das hörte. Die Dame empfang führte weiter aus, dass wir gratis Frühstück hatten und an der Executive Lounge den ganzen Tag mit gratis Snacks und Getränken bedienen können, dank meinem Diamond Status. Dabei hatten wir die Zimmer nicht mal bezahlt, nach Indien hatte ich genügend Punkte. Die Augen wurden immer grösser und Mami wusste nicht mehr was sagen. Franziska’s Gold Status wurde auch anerkannt, so konnten wir auch das zweite Zimmer upgraden, wir sind echt verwöhnt!

Nachdem wir unser Gepäck ins Zimmer gebracht hatten, trafen wir uns für Snacks in der Lounge. Den anderen beiden gefiel das grosse Zimmer riesig! Nach den Snacks spazierten wir im leichten Regen durch die Strassen der Neustadt und fanden ein nettes Lokal für ein leichtes Abendessen. Auf der Speisekarte stand auch Meerschweinchen, eine ecuadorianische Spezialität. Ich konnte Peter aber nicht davon überzeugen, auch nur ein halbes zu bestellen. 

Am nächsten Morgen regnete es leicht, als wir das Hotel zu Fuss in Richtung Altstadt verliessen. Ein Bus spritzte uns von oben bis unten nass beim Vorbeifahren. Nach einer Weile erreichten wir eine riesige Basilica, die schon von Weitem her zu sehen war. Auch im Innern ein riesiger Raum, sehr imposant. Wir genossen die trockene Stille und die zahlreichen Ecken in der Kirche, bis wir uns wieder durch den Regen wagten. 

Allgemein war die Motivation erwas tiefer. Nach wunderbaren Tagen auf einer kleinen Insel bei Sonnenschein waren wir nun in einer regnerischen Stadt mit vielen Abgasen. Aber nach den Galapagos ist alles ein Rückschritt. 

Wir stoppten immer mal wieder in verschiedenen Läden, Franziska kaufte unzählige Knöpfe und wir pausierten für Kaffee und heisse Schokolade, schliesslich waren wir im Urlaub. Wir schlenderten weiter durch die Strassen, bis es ganz aufhörte zu regnen. Am Fusse des El Panecillo trafen wir auf einen Polizisten, der uns bestätigte, dass der Fussweg nach oben mittlerweile sicher war und die Polizei regelmässig Präsenz markierte. Im Reiseführer stand, dass die Gefahr, ausgeraubt zu werden zu gross sei. Auch meine Freunde hatten alle von einem Spaziergang abgeraten. Franziska und ich gaben unsere Wertsachen an Mami und Peter weiter, die alles mit dem Taxi nach oben bringen sollten. Dann machten wir uns auf, die angeblich 700 Tritte zu erklimmen. Nach 100 m trafen wir den nächsten Polizisten, der uns wieder auf Spanisch zuredete und uns auch wieder auf seinem Kundenzufriedenheitsbogen (?) unterschreiben liess. Wir sollen nie vom Weg abkommen, wurde uns gesagt. Der Weg wurde enger und unübersichtlicher, auch war keine Polizei mehr zu sehen. Wir mussten an einer Kreuzung entscheiden, aber nach wenigen Metern bestätigten uns drei lautstark bellende Hunde, die auch nach uns schnappten, dass wir auf dem falschen Weg waren. Aber kurz darauf hatten wir den richtigen Weg gefunden und die Spitze auf 3035 m ü. M. erreicht, wir standen vor der Statue der Virgen de Quito. Mami und Peter erwarteten uns, die Polizisten hatten sie hochgefahren. 

Wir genossen den Ausblick über die ganze Stadt und die anliegenden Berge sowie auch ein Empanada und eine Art Glühwein. Glücklicherweise fanden wir dann ein Taxi, das uns wieder nach unten brachte, zum Platz der Unabhängigkeit, der gut besucht war. Gleich daneben war ein Restaurant mit wunderbarer Dachterrasse, das gleichzeitig auch einige Kunstobjekte ausgestellt hatte. Ein Bijou, dieses Vista Hermosa!

Drei Pizzen und eine Portion Fleisch später machten wir uns auf dem Heimweg zurück ins Hotel. Drei Jungs hatten den gleichen Weg und so sprach Franziska sie vor unserem Hotel an. Wir gingen zu fünft auf ein Bier in eine Brauerei und tauschten Reisetipps, Sport- und andere Geschichten aus und amüsierten uns über das amerikanische Messsystem. 

Das Abendessen liessen wir aus, stattdessen holten wir uns etwas in der Lounge, checkten Mami und Peter ein, die morgen nach Hause fliegen und buchten das nächste Hotel für Franziska und mich. Wir haben noch eine Woche hier in Ecuador, es geht noch etwas in den Süden, nächste Station ist Baños. 
Der Regen hatte aufgehört am Morgen, schnell hatten wir gepackt und uns vob Mami und Peter verabschiedet. Sie freuen sich auf zu Hause. Wir nehmen ein Taxi zum Busbahnhof – und weiter geht die Reise. 

Fotos online

Ich habe die letzten drei Einträge mit Fotos hochgeladen, viel Spass 🙂
Gruss aus der Junior Suite des Hilton Quito mit vergleichsweise schnellem Internet!

Galapagos Inseln – Santa Cruz

(Samstag, 10. Juni bis Montag, 12. Juni 2017)

Unser eigener Fahrer (ja, wir hatten das volle Programm gebucht) brachte uns zurück nach Puerto Ayora ins Hotel Mainao. Die Insel Santa Cruz ist die zweitgrösste, mit der grössten Population. Ca. 17’000 Menschen wohnen dauerhaft auf der Insel, die meisten leben vom Tourismus. 

Franziska legte sich kurz schlafen, wir anderen drei suchten ein Restaurant für ein leckeres Mittagessen. Anschliessend spazierten wir zu viert im heisser werdenden Klima zur Charles Darwin Station. An verschiedenen Orten konnten wir über die Erhaltung und Wiederansiedlung von Flora und Fauna lesen und sehen. Dann kamen die Gehege mit Riesenschildkröten, die auch gerne mal übereinander stiegen. Gut gefielen mit auch die gelben Iguanas, die gemütlich in der Sonne lagen. Vorbei an den verschiedenen Stadien der Schildkrötenaufzucht fanden wir das Restaurant mit wohlverdientem Glace. Im anliegenden Museum durfte der Pass gestempelt werden. Während Mami und Peter den Pass immer dabei hatten, überlegten Franziska und ich uns, wie weiter. Schlussendlich leihten wir uns im Hotel Fahrräder und waren innert Kürze mit dem Pass zurück für einen weiteren Eintrag. Wir nutzten die Räder noch etwas um die Stadt auszukundschaften und uns mal wieder etwas zu bewegen, das fehlt beiden.

Zum Abendessen fanden wir ein Restaurant an der Hauptstrasse. Das war nicht so schlimm wie es klingt, denn es war fast überall Einbahn und die Geschwindigkeit war nur leicht über Schritttempo. Wir genossen leckere Fisch- und andere Menüs, frischer konnte es kaum sein. Auf dem Tisch stand eine Karte zum Thema Umweltschutz. Allgemein ist das hier ein wichtiges Thema. Ein Strohhalm braucht z.B. 45’000 Jahre um abgebaut zu werden. (Den Rest habe ich auf der spanischen Karte nicht verstanden.) Im Restaurant gibt es nur Glasflaschen, im Hotel (wie auch auf dem Schiff) konnte/musste die eigene Wasserflasche wieder aufgefüllt werden. Eigentlich sehr sinnvoll, das sollten wir auch an anderen Orten übernehmen! Allgemein sah ich sehr wenig Abfall rumliegen, das hat sicher auch damit zu tun, dass die Parks nur mit Guide betreten werden dürfen. 

Als wir im nächsten Restaurant noch Kaffee/Bier/Glace holten, tauchte einer der Besatzungsmitglieder der Treasure of Galapagos auf und zu dritt machten wir uns auf in eine Bar. Sein Englisch war nicht überragend, daher war es manchmal schwierig herauszufinden, was er denn sagen wollte. Egal, wir tranken ein Bier, bis der Captain ihn anrief und zurück auf das Boot beorderte. Immerhin war dieses Städtchen nicht so gross, wir fanden den Heimweg problemlos zu Fuss. 
Wie oft in den letzten Tagen war das Wetter  am nächsten Morgen sehr bedeckt, auf dem Weg zur Tortuga Bay nieselte es sogar leicht. Der erste Strand war dank Ebbe viel grösser, aber unerklärlicherweise auch stärker verschmutzt. Der hintere Strand war belebt, ein Ausflugsziel der lokalen Bevölkerung. Wir genossen die Sonne, sahen einen Hammerhai und sprachen ein paar Worte mit einem Freund aus der Heimat und seiner amerikanischen Frau, die wir per Zufall entdeckten. Schön, am anderen Ende der Welt Freunde zu treffen!

Ein kurzes Bad im Meer später spazierten wir zurück für ein Clubsandwich. Franziska und ich hatten noch nicht genug gesehen und wollten weiter. Ein Wassertaxi brachte uns für 80 Cents pro Person zum anderen Dock, wo wir nach 5 Minuten zu Fuss den Deutschen Strand erreichten. Hier hatten sich die ersten Siedler aus Deutschland niedergelassen, daher der Name. Det Strand war klein, gut gefüllt und allgemein nicht sehr spannend für uns. Plaudernd folgten wir dem Weg, über Stege, steinige Wege, an Kakteen vorbei und landeten bei einer traumhaft herrlichen Schlucht. Da mussten wir reinspringen! Es war eher kühl, aber herrlich! Am anderen Ende dieses Pools (ca. 40 m) stiegen wir auf die Steine – ein grosser Fehler! Von diesem Punkt aus konnten wir die Bewohner der Wassers sehen: ein Schwarm grosser Fische! Ich zählte 17 dieser Kreaturen, jede gute 40 cm lang! Franziska opferte sich und sprang voraus, laut plantschend kam ich hinterher, den Gedanken an das unter uns verdrängend. Es hat trotzdem gut getan.

Auf dem Weg zum Abendessen entdeckten wir einen Fair Trade Laden, den wir mit Taschen, Schokolade und einem Ring wieder verliessen. Jede der Frauen fand etwas Passendes. In einer Strasse war ein “Restaurant” am anderen, nach 19 Uhr wurden die Tische mitten auf die Strasse gestellt und man konnte so das Beste von jedem Restaurant bestellen. Wir hatten einige riesige Fischplatte, eine andere lokale Fischspezialität im Topf und für Peter Fleisch. Ich bin überzeugt, dass es regelmässig mal wieder ein Austausch an Geschirr und Besteck geben muss, wenn das alles so durcheinander geht, aber das ist nicht mein Problem. Wir hatten definitiv genug gegessen und mussten auf einen Nachtisch verzichten. 

Bevor unser Fahrer uns für den Flughafen abholte, reichte es Franziska noch für einen Schmuckeinkauf, blaue Füsse der Blue Footed Boobies. Ich genoss noch einmal den lokalen Fischmarkt, wo Seehunde und Pelikane konstante Besucher sind, unglaublich!

Dann folgte eine längere Fahrt über die Insel, bis wir an einem kleineren Dock ankamen. Unser Fahrer trug die Koffern auf eine Art Wassertaxi, das uns auf die andere Seite des Kanals brachte. Dort stiegen wir in einen Bus bis zum Flughafen. Etwas umständlich, aber so störte der Lärm das Leben nicht. 

Am Flughafen kauften wir die letzten Souvenirs und trafen nochmals meine Freunde, die jetzt aber noch fast vier Monate weiterreisen werden, bis sie in die Schweiz kommen. Zu Fuss erreichten wir das Flugzeug und da hiess es dann schon wieder Abschied nehmen von einem traumhaften Paradies und der Wärme, es geht zurück ins Hochland Ecuadors. 

Galapagos Inseln – Treasure of Galapagos

(Dienstag, 6. Juni – Samstag, 10. Juni 2017)
Die Besitzer der Unterkunft brachten uns zum Flughafen. Dort mussten wir erst mal für 20 USD eine Bewilligung für die Galapagos Inseln kaufen. Wir gönnten uns einen Sack voll Süss-Saures und waren bald im Flugzeug. 

Für einen kurzen Zwischenstopp hielten wir in Guayaquil, durften aber das Flugzeug nicht verlassen. Einige Stunden später erreichten wir San Cristobal, die Hauptinsel der Galapagos. Feuchte, warme Luft empfing uns. Schnell hatten wir die Formalitäten hinter uns gebracht und einen Guide mit Schild “Treasure of the Galapagos” gefunden. Mit einem klapprigen Bus wurden wir an den Hafen gefahren, wo wir bereits die ersten Seehunde entdeckten.   Ein Panga (lokal für Zodiac) brachte uns 14 Passagiere auf das Schiff für einen ersten Willkommensdrink. Die Zimmer waren erstaunlich gross, sogar ein kleiner Balkon gehörte dazu. Mein Bett stand direkt am Fenster, traumhaft.

Nach einem leckeren Mittagessen ging es zurück an den Hafen und mit dem Bus ins Hochland. Dort besichtigten wir eine Art Schildkrötenfarm, die die Vergrösserung der Population auf den Inseln zum Ziel hat. Zur Zeit sind nur ca. 85 Tiere in der 10jährigen Anlage. Meist werden die Eier gebracht, dann verbringen die Kleinen 2-3 Jahre in kleinen Gittern, dann noch 3-4 Jahre in einem offenen Gehege, bis sie in die Wildnis entlassen werden. Wir sahen also Tiere allen Alters. Ich lernte, dass diese Art ca. 4 cm pro Jahr wächst. Das Weibchen hört auf zu wachsen, wenn sie geschlechtsreif wird (ca. 16-20 Jahre), das Männchen wächst weiter. 

Im Hochland war es eher kühler und bewölkt, ich freute mich, wieder am Hafen zu sein. Vor allem konnte ich endlich eine Apotheke finden, da die Bisse der Sandflöhe extren stark juckten (Nachtrag: Das war am Sonntag Morgen passiert, 12 Bisse pro Bein. Rote Punkte, die jucken!). 

Zurück auf dem Schiff gab es eine kurze Vorstellungsrunde, gefolgt vom Abendessen   Ich war ziemlich müde, las aber auch erst noch auf der Dachterrasse, bis ich früh einschlief. 

Nachts um drei Uhr wurden die Maschinen angeworfen und das Schiff steuerte zur Insel Espagnola, wo wir kurz vor dem Frühstück eintrafen. Nach dem Essen machten wir uns auf einen Strandspaziergang am Gardner Bay, zwischen den Seelöwen hindurch, es war sehr imposant! Wir entdeckten auch noch eine einzelne Echse, die sich gemütlich sonnte. Zurück am Ausgangspunkt schrieb Mauricio, der Guide, “Happy Birthday Peter” in den Sand. Peter freute sich riesig über diese kleine Überraschung und posierte gerne für ein Foto. 

Franziska und ich wollten mit den kleinen Seelöwen schwimmen, aber er war wohl zu schüchtern und folgte uns nicht sehr weit ins Wasser. Nach einen kurzem Stopp auf dem Schiff, um uns auszurüsten, sassen wir wieder im Panga (Zodiac) zum Schnorchelspot. Dort schwammen und tauchten wir während einer Stunde mit Seehunden und riesigen (!) Fischschwärmen in einer kleinen Höhle. Ich war sprachlos!


Ein leckeres Essen und ein Nickerchen später waren wir schon am nächsten Höhepunkt, Punto Suarez. Krebse wichen vor den Wellen zurück, Seelöwen sonnten sich und Iguanas stapelten sich überall. Auf dem Pfad über die Insel mussten wir aufpassen, nicht auf Echsen zu stehen, die auf dem Steinen lagen. Wir sahen auch Blaufusstölpel, Seemöwen, Nascaboobies und Albatros, riesige Vogel mit enormer Spannweite, beim Balztanz, einfach nur wow. Manchmal wusste ich echt nicht wohin schauen vor lauter Tieren!

Es reichte für eine kurze Dusche auf dem Schiff, bevor uns Mauricio den morgigen Tag erklärte. Anschliessend stellte sich uns die Crew vor, 10 Männer, vom Captain über Chef und Barkeeper zum Ingenieur. Nach dem Essen wurde eine Geburtstagstorte für Peter serviert. Ich genoss noch ein Bier auf dem oberen Deck, bis ich dann bald mal müde wurde. 

Ich hörte kurz, wie der Motor mitten in der Nacht angeworfen wurde, spürte das Schaukeln, aber schlief ansonsten sehr gut. 

Nach dem Frühstück setzten wir zum Post Office Bay auf Floreana über. Wir holten die Postkarten aus der Box und schauten durch, welche von denen wie persönlich überbringen können. Andere hatten klar den Vermerk, dass sie persönlich abgeholt werden. Schon am Strand sahen wir kleine Haie und Schildkröten, also machten wir uns auf ins kühle Nass. Riesenschildkröten, so breit wie meine Armspannlänge, ähnlich grosse Rochen und unzählige weitere Fische. Von weitem sahen wir sogar noch Pinguine im Wasser. Ein Traum!

Endlich, der Jacuzzi war gefüllt, wir setzten uns ins warme Wasser und genossen die Aussicht bis zum Mittagessen. 

Die Schnorcheltour am Nachmittag begann auf der ruppigen Seite einer kleinen Insel. Aus dem Panga raus sprangen wir in die hohen Wellen. Nach kurzer Zeit waren drei der Schnorchler bereits wieder im Boot, wir anderen genossen die Strömung, Schildkröten und Fische. Auf der ruhigen Seite gesellten sich die drei wieder zu uns, wie auch bis zu drei Seehunde. Zwei der Männer und ich begannen mit ihnen zu spielen, tauchen, drehen, was immer irgendwie möglich war. Die Tiere schienen daran auch Spass zu haben, manchmal schwammen sie so nah vorbei, ich musste meine Arme einziehen, um sie nicht zu berühren. Ich war ziemlich ausser Atem, aber genoss es riesig!! 

Mit dem grossen Schiff ging es weiter zum Punta Cormorant, wo neben Blaufusstölpeln auch Flamingos an einer Lagune nisten. Beim traumhaft feinen Sandstrand hintendran sollen Meeresschildkröten nisten, gesehen haben wir aber keine, dieser Teil ist abgesperrt. Bei Sonnenuntergang liessen wir uns zurück auf das Boot bringen, wo bald das Barbecue fertig war. Gar nicht so einfach, mit einem vollen Teller in der Hand bei diesem Wellengang um die Tische zu balancieren! Aber es war einmal mehr sehr lecker!

Franziska und ich versuchten mit der Crew auf dem Oberdeck Salsa, Merengue und anderes zu tanzen, während wir ab und zu auch die Sterne genossen. 
Heute hiess es früh aufstehen, 6.15 Frühstück und kurz darauf waren wir auf Santa Fe, einer kleinen unbewohnten Insel mit Seelöwen am Strand und wo immer es Platz hatte, Kakteen auf den Steinen und Iguanas überall. 

Die heutige Schnorchelrunde war eher langweilig, da der sandige Boden aufgewühlt war, was die Sicht trübte. Dafür durften wir endlich vom Boot springen. Wir zwei Frauen sprangen mutig (oder eher zögerlich) vom obersten Deck, Franziska mit den Jungs vom mittleren Deck. Normalerweise warteten sie mit Snacks auf uns nach den Ausflügen, heute leider nicht. 

Ich genoss noch etwas die Sonne auf dem Oberdeck mit meinem Buch, bis das Mittagessen bereit war. Anschliessend wurden wir auf die Insel Santa Cruz gebracht, wo ca. 17’000 Menschen wohnen. Obwohl es nur die zweitgrösste Insel ist, leben die meisten Menschen hier. Wir liefen auf einem vergleichsweisen langweiligen Weg ca. 3 km zum Tortuga Beach, wo dann die Welen zu gross waren. Am Ende war jedoch eine ruhige Ecke, mit Mangroven für Schatten, da versammelte sich wohl die Jungend der Insel. Wir sahen einen kleinen Weissspitzenriffhai vom Strand aus, verpassten aber den Hammerhai. Zurück in der Stadt reichte es noch für ein Coke, bis wir wieder auf das Schiff zurückkehrten. 

Nach dem Abendessen war schon wieder Packen angesagt, gefolgt von einer Nacht im Hafen, die aber dann doch ruppiger war als angenommen. 

Der letzte Morgen brach an, früh wurde unser Gepäck auf die Insel gebracht und wir fuhren zu den Lavahöhlen. Im Dunkeln sass gemütlich eine Eule und liess sich nicht von uns stören. Anschliessend verbrachten wir eine Weile auf der Riesenschildkrötenfarm, unglaublich gross und zum Teil über 100 Jahre alt. Dann verabschiedeten wir uns von unseren Reisekollegen, unsere Wege trennen sich hier, da wir noch zwei Tage auf der Insel bleiben. 

Sorry, Internet hier ist langsamer als langsam, auch nach 45 Minuten bin ich nicht weiter mit den Bildern, werde die nachliefern, versprochen!! – Erledigt 🙂

Die Nebelwälder von Mindo

(Samstag, 3. Juni – Montag, 5.  Juni 2017)
Frühmorgens traf ich Peter und dann auch Franziska am Flughafen in Zürich. Trotz langer Schlange hatten wir unser Gepäck schnell abgegeben und mussten schlussendlich im Flugzeug noch 45 Minuten länger auf den Start warten. Glücklicherweise war das Flugzeug schneller als geplant, so dass wir unseren Anschlussflug in Amsterdam problemlos erwischten. Auf Anraten eines Freundes hatten wir Economy Comfort reserviert, diese zusätzliche Beinfreiheit fühlte sich gut an. 

Vier Filme (und ca. 1.5 Stunden Schlaf) später erreichten wir Quito problemlos, gemeinsam mit unserem Gepäck. Mami erwartete uns schon gemeinsam mit unserem Guide, der uns die nächsten zwei Tage begleiten soll. Bevor wir also richtig in Quito ankamen, sassen wir auch schon wieder im Auto nach Westen, den Nebelwäldern von Mindo entgegen. Pablo, der Guide, erzählte uns einiges über die Geschichte und Geografie des Landes. Zum Beispiel kann man in Ecuador an einem Tag alle vier Jahreszeiten erleben, aber grundsätzlich wird gesagt, dass hier ewiger Frühling herrscht. Während 9 Monaten pro Jahr herrscht Regenzeit, soeben hatte die Trockenzeit begonnen. Wir überquerten den Aequator, ohne aber beim touristischen Denkmal anzuhalten. Mit viel Interessantem im und ausserhalb des Autos waren wir dann einige Zeit unterwegs, bis wir beim Eindunkeln (18 Uhr) im Paradies ankamen. Unsere Unterkunft bestand aus kleinen Hütten in einer hübschen Blumenlandschaft, es sah schon im Halbdunkel sehr schön aus! Unsere Hütte hatte zwei Zimmer, in jedem noch ein oberes Stockwerk mit zwei weiteren Betten. Wir assen ein einfaches Abendessen im Hotel, nachdem ich mit Mühe die Speisekarte ins deutsche übersetzt hatte. Mit dem Koch konnte ich immerhin italienisch reden, das half etwas. Vor neun Uhr waren wir alle im Bett, erschöpft und müde von einem langen Tag mit nichtstun. 
Vögel, Insekten und Hunde weckten uns frühmorgens. Die Sonne wärmte die nassen Wege auf, die vom nächtlichen Regen zeugten. Nun sah die Gegend noch viel besser aus! Vor allem Peter mit der Kamera war kaum mehr zu sehen. Wir genossen ein leckeres Frühstück mit frischen Früchten und dann wurden wir von Pablo abgeholt. 

Erster Stopp war Mariposa, eine Schmetterlingsfarm. Unzählige dieser zerbrechlichen Tiere flogen überall umher, auch alle Stadien von den Eiern, über Raupen und Puppen waren vertreten. Einige dieser Tiere machten es sich auf unseren Kleidern gemütlich und wir konnten uns kaum sattsehen. Dann ging es weiter, mit einer Art Seilbahn über ein Tal und am anderen Ende machten wir uns auf, 3 Stunden lang den Wasserfällen zu folgen. Der Weg war zum Teil noch nass und glitschig, aber wir kämpften uns tapfer voran. Zweimal mussten wir die Schuhe ausziehen, um überhaupt weiterzukommen. Andere sassen im kühlen Nass, der Platz schien bei den Einheimischen sehr beliebt zu sein. Mami und Peter genossen die Pflanzenlandschaft, waren sie doch das erste Mal in solchen Regionen. Franziska und ich genossen es, uns nach dem gestrigen Tag endlich mal wieder etwas zu bewegen. Die Wanderung dauerte insgesam drei Stunden, wir trafen wieder bei der Seilbahn ein, als der Regen einsetzte, das war mal wieder perfektes Timing.

Endlich hatten wir uns unser Mittagessen verdient! Die Portionen waren extravagant, das Essen lecker und ich lernte, dass 10% Trinkgeld in Ecuador üblich ist (bar, nicht mit Karte).

Mit vollen Bäuchen spazierten wir zur Schokoladenfabrik, wo ein Engländer uns erklärte, wie es von der Kakaofrucht zur Schokolade kommt. Wir durften die rohen Bohnen direkt aus der Frucht probieren, tranken bittere Milchschokolade (ungesüsst) und schauten ihm zu, wie er das getrocknete Innere der Bohne von der Schale trennte. Pablo sprach glücklicherweise deutsch, aber hier musste ich kontant übersetzen, vom englischen ins deutsche; manchmal spannend, manchmal eine Herausforderung. Wir lernten auch, dass weltweit 95% von der gleichen Kakaosorte abstammt, dass ein Kakaobaum nach 3 Jahren das erste Mal Früchte trägt, aber erst die zweiten Früchte genutzt werden können. 25% der fermentierten und getrockneten Kakaobohnen werden aussortiert, weil der Kakaobuttergehalt zu gering ist. In der Industrie wird auf diese Handarbeit verzichtet, stattdessen werden andere, fremde Oele hinzugegeben. Spannend, mal in einen Arbeitsalltag von dieser Kunst zu schauen. 

Der Regen hatte nun nachgelassen, wir spazierten zurück in unsere Unterkunft, wo wir uns erst mal hinlegten, nach einem solch anstrengenden Tag mit so vielen Eindrücken (und viel Essen). 
Heute hätte das Wetter besser sein sollen, daher stand heute Montag Vogelbeobachtung auf dem Plan. So früh, wie wir auf waren, war im Hotel jedoch noch niemand wach, also mussten wir erst jemanden wecken, der die Haupttüre öffnen konnte.

Theoretisch bei Sonnenaufgang erreichten wir eine Strassenecke im Nirgendwo, wo Vinicio auf uns wartete, um uns die Cock on the Rocks (zu deutsch: Steinhahn) zu zeigen. Es war sehr bewölkt, noch dunkel und die lauten Tiere versteckten sich hinter Ästen. Das beste Foto gelang mir durch das Fernrohr. 

Wir hatten noch einige Stopps mehr zur Beobachtung, selten konnte ich die Begeisterung der Guides teilen, vor allem im beginnenden Regen. 

Nach den Vogeltouren kamen wir zurück zur Lodge, die von den Guides geführt wird. Es hatte aufgeklart, etwas weiter unten als wie vorher auf knapp 2000 m. Wir sahen noch weitere Kolibris und andere farbige Vögel, bis dann ecuadorianische Spezialitäten zum Frühstück serviert wurden, sehr lecker! Franziska und ich wagten uns (mit teilweisem Erfolg) an den Pfeiftönen, die Vögel anlocken sollten. Vergebens versuchten wir Max, einen Husky, zu überreden, mit uns zu kommen, aber er rührte sich nicht. So spazierten wir alleine mit den Guides nochmals in den Wald hinein, wo wir dann gleich zu Beginn ein Tucanpärchen entdeckten. Wir alle vier waren nicht sehr vogelbegeistert, genossen aber die Landschaft mit den exotischen Pflanzen umd Blüten sowie Insekten (die sind oft einfacher zu finden). 

Zurück beim Auto fuhren wir zu einem eher mageren Orchideenpark, wo wir nochmals etwas laufen konnten. Am meisten gefiel uns da der Schluss, wo die Kolibris viel weniger scheu waren und so viel einfacher zu fotografieren waren.

Es war schon lange Zeit für ein Essen, diesmal hatte sich Pablo ein Restaurant mit Blick auf den Krater eines uralten Vulkans ausgesucht. Der Krater war riesig und mittlerweile bepflanzt und bewohnt. Mich beeindruckten die Windgeschwindigkeiten, mit denen die Wolken vor unserem Fenster vorbeirasten.

Glücklicherweise sprachen wir noch kurz über das Hotel für heute Nacht, denn es stellte sich heraus, dass ich am falschen Flughafen (ausserhalb von Quito) gebucht hatte. Also stornieren und ein Neues buchen, kann vorkommen. 

Pablo und Brian brachten uns zu der kleinen Unterkunft, die Franziska spontan gefunden hatte und verabschiedeten sich. Wir sassen noch etwas in die Sonne, bevor wir uns (wir Ortskundige) im Dunkeln durch das Quartier wagten zu einer kleinen Pizzeria. Einmal mehr waren wir früh im Bett, morgen geht es auf die Galapagos Inseln!

Ruhetag und wie man 6 Pässe in einen Tag packt….

(Mittwoch 3. Mai 2017 bis Sonntag, 7. Mai 2017)

Für Mittwoch war ein Ruhetag angesagt, das hatte ich mir auch verdient. Am Morgen mieteten wir uns ein Auto und fuhren zum Outlet, aber eher um zu flanieren als wirklich etwas zu kaufen. Den Nachmittag verbrachte ich am Strand in der Sonne, mit einer Pause im Meer zwischendurch. Die Wassertemperatur war leider immer noch sehr kühl, aber trotzdem wagten wir uns regelmässig in die Kälte. Ich genoss es riesig, einfach nur im Sand zu liegen und die Sonne zu spüren.

 

Wieder einmal einen Tag alle zusammen fahren, das war Giorgio’s Wunsch für heute. So entschieden wir uns für eine ca. 100 km Tour, wieder mit einem Stop im bekannten Kuchen-Café in Santa Maria. Leider war der Wunsch nicht ganz so einfach, die Geschwindigkeitsunterschiede waren zu gross, so dass sich die Gruppe meistens dann doch aufteilte. Das Wetter war traumhaft, kaum ein Wölkchen am Himmel, Sonne pur! Ich freute mich nach der Fahrt wieder auf einige Zeit am Strand mit meinem Buch, da hatte ich jetzt echt Gefallen gefunden!

 

Für Freitag hatten Werner und Doris sich eine Distanz über 250 km vorgenommen, auch Dani hat für Tatjana und mich eine gute Runde ausgesucht, 150 km mit über 2000 Hm. Etwas zurückhaltend ging es dann mal los, aber am dritten (von 6 Bergen) hatte ich meine gute Laune wieder gefunden, die Sonne war auch auf meiner Seite und so kam ich erstaunlich gut den Berg hoch. Die Abfahrten auf der anderen Seite der Pässe waren nicht immer einfach. Die Qualität der Strassen liess vor allem am Morgen noch stark zu wünschen übrig, so dass ich kein Vertrauen in die Strasse, das Rad und meine Fahrkünste hatte. Spätestens beim dritten Berg sahen die Strassen aber auch besser aus und ich genoss klar die schnellen Kurven.
Der Grosse Berg war dann aber noch vor uns. Den Puig Major hatte ich bei meinem letzten Besuch schon mal abgelehnt, diesmal waren wir vor zwei Tagen via Lluc bis auf den höchsten Punkt des Puig gefahren. Nun sollte es noch von der anderen Seite her sein. Es warteten 13 km mit ca. 5% Steigung auf uns, das war eine gute Stunde Aufstieg. Ich kämpfte, rechnete mit verbleibender Distanz und aktueller Geschwindigkeit um mich abzulenken und liess mich von den vielen überholenden Fahrern nicht irritieren. Auf den letzten 200 m überholte ich sogar noch einen jungen Herrn, dessen Rad massiv besser aussah als meines. Lange hatte ich ihn von hinten verfolgt, am Ende hatte ich noch die besseren Reserven 😀 Umso erstaunter war ich, als ich oben weder Tati noch Dani fand. Erst nach 10 Minuten kamen sie nach. Tati war nochmals umgekehrt, um Dani, den Rückenschmerzen quälten, abzuholen. Nach dieser Pause waren meine Beine so kalt und hart, dass ich kaum noch losfahren konnte, ich litt die ersten 300 m, aber danach ging es bergab. Am unteren Teil des Berges erreichte ich eine Maximalgeschwindigkeit von 62 km/h, musste aber kurz darauf viel bremsen, denn der Seitenwind war für mich zu viel, damit konnte ich (noch) nicht umgehen. Schade, beim Herunterzufahren zu bremsen, aber mein Rad zitterte und machte immer mal wieder einen Schlenker um dem Wind auszuweichen. Irgendwann erreichten wir dann die Fläche, Tati gab nochmals Gas und führte uns (wie auch alle anderen die sich hinten angehängt hatten) mit guter Geschwindigkeit schnell bis zum Meer. Die letzten 10 km nach Hause waren dann auch noch irgendwie überlebt, so dass ich über 9 Stunden nach der Abfahrt sagen konnte, dass ich heute einige Rekorde gebrochen hatte! Noch nie war ich so lange (7:18 Stunden), so weit (148.88 km) oder so hoch (ca. 2300 Hm) gefahren! Ich freute mich auf ein Bad im Meer, eine Dusche und ein reichhaltiges Essen, das hatte ich mir mehr als verdient. Glücklicherweise gab es nicht sehr viele Treppen im Hotel!

Werni und Doris kamen kurz vor dem Abendessen zurück, sie waren vor uns gestartet und wir hatten sie zweimal gekreuzt unterwegs, unsere Trikots kennen wir ja mittlerweile 🙂

 

Am nächsten Tag schmerzten meine Beine immer noch etwas, das Sitzleder war kaum beeinträchtigt, aber der Nacken nervte mich mehr, seit ich am zweiten Tag irgendetwas eingeklemmt hatte. Vor allem aber hatte ich nicht mehr wirklich Lust auf eine lange Tour. Trotzdem startete ich mit der Gruppe, drehte aber nach 10 km um und war nach einer Stunde wieder zu Hause.

Ich gab das Rad ab und legte mich an den Strand, herrlich in der Sonne zu liegen, den Wind und den Sand zu spüren und das Meer zu hören. So sollten Ferien sein! Irgendwann kam einer nach dem anderen zurück, ich wurde immer mal wieder abgeholt für eine Runde im Meer, bis wir dann uns für den letzten Abend bereit machten.

Giorgio und Markus hatten in der Altstadt von Alcudia ein nettes Restaurant gefunden, das uns eine prächtige Auswahl an Fleisch, Fisch und Tapas bot. Dieser gemütliche Abend rundete eine Woche ab, die wir alle sehr genossen hatten und die wir alle gerne noch verlängert hätten!

 

 

 

 

 

Am Sonntag blieb uns nur wenig Zeit für einen letzten Sprung ins Meer, bevor wir auschecken mussten. Unser Transport war diesmal pünktlich, mit Fantasie und Mühe schafften wir es auch, alles Gepäck einzuladen. Zum Glück hatten wir weniger Räder dabei als angemeldet, sonst hätte das nicht geklappt! Aber wir erreichten den Flughafen, ich fand endlich meinen McFlury und Niki brachte uns (diesmal pünktlich) zurück in die kalte Nässe.

 

 

 

 

Mit schlechter Vorbereitung von knapp 200 km zu Hause (verglichen mit ca. 40 km im ganzen Jahr 2016) kann ich also stolz sein auf die ca. 677 km, die ich hier in etwas mehr als 30 Stunden zurückgelegt hatte. Falls ich mal wieder Lust auf eine längere Tour habe, werde ich mir aber eine neue Uhr kaufen müssen, meine hatte am Freitag nach knapp 6 Stunden unterwegs sein aufgegeben…..

 

Santa Maria, Sant Salvador, Cap de Formentor, Lluc, Puig Major

(Freitag 28. April bis Dienstag 2. Mai 2017)

 

Mit 1:20 h Verspätung erreichten wir am Freitagabend den Flughafen in Palma de Mallorca, wo uns eigentlich ein Privattransport von einer langen Wartezeit abhalten sollte. Wie Murphy es wollte, hatte da irgendetwas nicht geklappt und wir mussten geschlagene 45 Minuten auf unser grosses Auto warten. Der Fahrer schaute schockiert auf unsere 7 grossen Koffer plus einmal Velokoffer, schaffte es aber, alles im Kofferraum des kleinen Bus zu verstauen. Ich legte mich auf die hinterste Rückbank um noch etwas Schlaf zu suchen und wurde kurz vor dem Ziel durch eine Vollbremsung abrupt geweckt. Halb am Boden liegend, halb am Vordersitz klebend, schaute ich aus dem Fenster. Ich erkannte nichts mehr von vor zwei Jahren, das lag sicher nicht daran, dass das Hotel erst heute wieder aufging nach 6 Monaten Renovation.

Tatjana hatte (mit einem anderen Flug und einem Transfer für einen Bruchteil unserer Kosten) das Hotel bereits erreicht, kam aber so kurz vor Mitternacht noch auf einen Schlummertrink nach draussen. Erschöpft legten wir uns alle schlafen, glücklich im Urlaub zu sein!

 

Ich hatte schlecht geschlafen, war aber bei dem grossen Frühstücksbuffet bald wach! Anschliessend holten wir unsere Mieträder ab, kauften Trinkwasser und schon waren wir auf unseren Zweirädern unterwegs. Heute Samstag sollte es ein „lockeres“ Einrollen sein. Das Ziel war ein Café, das die wohl grösste/beste Auswahl an Kuchen bot. Dafür nahmen wir eine Strecke von gut 40 km in Kauf. Es klappte gut, wir rollten gemütlich und genossen die wärmeren Temperaturen. Am Ziel angekommen wurden wir nicht enttäuscht! Ich konnte mich kaum entscheiden!

Der Rückweg dauerte dann etwas länger, es war für die meisten noch früh im Jahr, nur wenige hatten schon viele Kilometer in den Beinen, aber wir haben Urlaub und Zeit! Nach 87 km und etwas mehr als 4 Stunden Fahrt erreichten wir das Hotel und sprangen kurzerhand ins kalte Meer. Es tat gut! Nur schade, dass dunkle Wolken aufgezogen waren. Hoffentlich war es morgen besser!

Ich war ziemlich erschöpft und döste noch vor dem Abendessen ein. Für mehrere Durchgänge am Buffet und einen Schlummertrunk stand ich aber sehr gerne nochmals auf!

 

Am Sonntag waren immer noch dunkle Wolken am Himmel, ich hatte Ämlinge an und die Windjacke (mit viel zu Essen) eingepackt. Giorgio und Markus verliessen uns nach einem Teil der Strecke, wir setzten unseren Weg über die sogenannte Wellblechpiste fort (hoch und runter). Nach einiger Zeit kam dann der Sant Salvador, ein Hügel, der bei schönem Wetter wohl einen schönen Ausblick bieten würde. Die 4.8 km Anstieg dauerten (mindestens bei mir) eine Weile, aber auch dies fand ein Ende, mit mässiger Aussicht, aber kaltem Wind. Die Abfahrt mit den engen Kurven war dann schneller, ich erreichte Geschwindigkeiten bis 56 km/h. Nach einem Trinkstopp ging die Reise weiter, mit schnellen 30 km/h durch die Ebene im Gegenwind. Das war fast zu schnell für mich, vor allem im Wissen, dass ich noch 70 km vor mir hatte. Ich versuchte es tapfer, war dann aber doch froh, als eine Ortschaft kam, die uns zum Bremsen zwang. Kurz darauf mussten wir leider alle umkehren, was für mich gerade recht kam. Mit neuer Energie ging der Heimweg viel einfacher, aber mein versuchter Schlussspurt an einem kleinen Anstieg war kläglich.

Zurück im Hotel waren Tatjana und ich noch so fit, dass wir noch ein Training im Schwimmbad absolvierten, bevor wir wenige Minuten im heissen Sprudelbecken genossen.

Am Abend waren wir dann so müde, dass wir auf die zweite Runde Schlummertrunk verzichten mussten, ich schlief diesmal wie ein Stein, ich war erschöpft, aber es war ein guter Tag!

 

Der Montag fing mit schlechtem Wetter an. Doris und Werner starteten ihre 200 km Tour nicht einmal, Dani, Tatjana und ich fuhren bei leichtem Regen los in den Norden. Beim Aufstieg auf den Aussichtspunkt für in Richtung des Kap de Formentor zeigte sich klar die Sonne. Bis wir das Ende beim Leuchtturm erreichten, hatten wir sehr viele Radfahrer gesehen und einige Autos überholt, die sich beim Ziel einen Parkplatz suchen wollten. Wir genossen die Sonnenstrahlen und die Wärme, aber leider klappte es nicht mit einem Selfie mit dem Ziegenbock. Der Weg zurück war gleich erfrischend wie der Hinweg: auf und ab, etwas Kurven, tolle Aussicht, ein Traum! Kilometermässig kein überragender Tag, aber wir hatten uns entschieden, dass wir auch etwas für unsere gute Laune tun müssen.

 

Die Motivation war nicht immer gleich, am Dienstag musste ich mich fast auf das Rad zwingen. Die Beine waren schwer, das Hinterteil reklamierte und schreite nach meinem bequemen Sattel zu Hause. Der erste Teil der Strecke führte der viel befahrenen Hauptstrasse entlang, das half gar nicht. Erst als wir nach einigen wenig befahrenen Querstrassen am Fusse des Lluc ankamen und ich (mit Hilfe eines PowerGels) erstaunlich gut den Pass hochkam, war das tolle Gefühl da! Herrlich, so sollte ein Urlaub sein! Ich hatte den Pass vor zwei Jahren schon mal gefahren, es hatte mir damals schon Spass gemacht, das half natürlich auch.

Oben angekommen verlangte ich nach meinem Glace als Belohnung, einmal mehr traumhaft. So beflügelt sagte ich zu, dass wir den anschliessenden Pass (Puig Major) auch noch gleich anhängen können. Die Beine wurden langsam schwerer, aber trotzdem konnte ich auch den zweiten Teil noch in vollen Zügen geniessen. Trotzdem war ich froh, als wir dann nach 122 km mit knapp 1600 Hm hungrig, aber in guter Laune, wieder im Hotel ankamen. Es reichte für eine Dusche, bevor das leckere Essensbuffet uns erwartete, gefolgt von einem weiteren Schlummertrunk.

Ich hatte also in wenigen Tagen die gefahrenen Kilometer in diesem Jahr schon verdreifacht und ich fühlte mich gut, darauf war ich schon etwas stolz! Ich bin immer noch am unteren Ende der Fitness, die ich gerne hätte, aber ich sehe klare Tendenzen in die richtige Richtung, das tut gut!

 

 

Abschluss in Chennai

So, endlich habe ich mir die Zeit genommen, den vorerst letzten Artikel zu schreiben (keine Angst, ich habe in den nächsten 3 Monaten 4 Wochen Urlaub geplant, für “Nachschub” ist also gesorgt :-))

Also, wir hatten wie bereits erwähnt 12 neue Mitarbeiter in unser Team aufgenommen. Ich hoffte, dass wir gegenüber dem Vorjahr besser starten werden (als Erinnerung: von den 6 in meinem Team sind noch 2 übrig), aber es begann nicht sehr gut. Am Vorabend vor dem Start der Schulungen schrieb mir einer, dass er wegen Malaria voraussichtlich erst am Montag (anstatt Freitag) kommen werde. Naja, solange es nur ein Tag ist, sagte ich mir. Am Sonntag erhielt ich eine weitere Nachricht: Es sei doch nicht Malaria, sondern wohl eher Typhus und er werde noch einige Tage ausfallen. Am Mittwoch hiess es dann, dass es doch noch etwas länger dauert. So machten wir, was die Inder am besten können: uns anpassen. Da wir ja ursprünglich 13 Personen eingestellt hatten (davon wurden zwei für das französische Team reserviert), wechselten wir unseren “Kranken” gegen einen “Franzosen” ein und erreichten, dass unser Neuzugang bereits am Donnerstag bei uns anfing. Ich musste zwar mit HR diskutieren, weil es nicht einfach war, dass jemand am Donnerstag den ersten Tag hatte, normalerweise werden Einstellungen nur an einem Montag gemacht. Mit etwas Druck war das dann irgendwie doch möglich. So geht das.

Für uns hiess das, dass wir unsere Schulungen entsprechend anpassen mussten. Während einer vor der ganzen Gruppe präsentierte, brachte der zweite den Neuling auf Kurs und der dritte sass beim erfahrenen Team für Fragen und Unterstützung. Je nach Themen und Laune wechselten wir uns ab, spontan und ohne grosse Probleme. Es ist schön, ein gut funktionierendes Team und verlässliche Kollegen zu haben!

Als dann unser Typhus-Patient einen Monat später trotzdem noch ins Büro kam, weil er ja mit dem Training für die Franzosen beginnen sollte, kam er bei mir vorbei um sich persönlich vorzustellen und zu fragen, ob er denn nicht doch noch ins Schweizer Team wechseln konnte. Er hatte ja mit den Schweizer Kollegen die ersten paar Tage allgemeine Einführung erlebt und sich anscheinend gut eingelebt. Schön zu sehen, dass unser Team so begehrt ist und mittlerweile kann ich auch sagen, dass ich stolz darauf bin, was ich letztes Jahr dazu beigetragen hatte! Leider war es für ihn nicht möglich, zu schwierig wäre es für uns geworden, nochmals neu mit den Schulungen zu beginnen und ausserdem hatten wir schon genügend Mitarbeiter in unserem Team, wir sollten die Arbeit mit diesem Team meistern können!

Nach drei Wochen Intensivkurs in einem Schulungsraum wechselten wir an die Sitzplätze im Grossraumbüro. Wir hatten die erfahrenen Mitglieder so umgesetzt, dass jeder der Neuen einen Götti zur Seite hatte, um die ersten Fragen zu klären, was uns Coaches einiges an Arbeit abnehmen sollte. Ich wusste, wie es sein kann mit 10 wirklich Neuen allein zu sein, da war es doch gut zu wissen, dass von den 24 Mitgliedern die Hälfte bereits einiges Wissen hatte und so uns 3 Coaches unterstützen konnte.

Dass wir aber an alles denken müssen, war auch mir nicht bewusst. Anscheinend hatte die IT neue Laptops herausgegeben, die nun nicht mehr direkt an den externen Bildschirm angeschlossen werden können ohne ein Zwischenstück. Nur schade, dass die IT sich dessen nicht bewusst war und nur 3 solche Zwischenstücke an Lager hatte. Es dauerte fast zwei Wochen, bis wir (nach unzähligem Nachfragen) endlich alle Arbeitsplätze vollständig eingerichtet hatten. Ich lerne immer wieder Neues!

Auch die Neuen lehrten uns gerne einige Worte in Tamil (und ich konnte mit meinem beschränkten Wortschatz punkten). Als dann jemand vom lokalen Team die Grundregeln erklärte (zu denen es gehört, dass im Büro ausschliesslich Englisch gesprochen wird, keine lokalen Sprachen), entschuldigte sich das Team bei uns. Für uns war es eher lehrreich gewesen, daher versicherten wir dem Team, dass alles in Ordnung sei.

Auch mit dem Team gab es immer wieder Amüsantes. Zum Beispiel hatte jemand einen halben Tag frei beantragt, was wir problemlos genehmigten. Auf die Frage, ob sie das Büro um 12.30 Uhr verlassen könne, antwortete ich selbstverständlich, sofern die Hälfte der Arbeitszeit bis dahin abgesessen sei (d.h. 4 Stunden). Dann begann das Rätselraten, wie 4 Stunden gearbeitet werden können, wenn Arbeitsbeginn offiziell um 9 Uhr war. (Wir mussten eine Zeit festlegen, wann das Team spätestens hier sein muss, aber anscheinend war nicht allen klar, dass es die späteste Ankunftszeit ist.)

An einem anderen Tag kam kurz nach 9 Uhr eine Mitteilung, dass jemand heute nicht zur Arbeit kommen könne, weil Freunde und Familie eine Überraschungsparty zum Geburtstag geschmissen hätten. Bei über einer Stunde Arbeitsweg hätte die Nachricht viel früher kommen müssen, auch war es für mich eher unverständlich, dass jemand auf eine solche Idee kommen würde, an einem Arbeitstag am Morgen eine Überraschungsparty zu organisieren. Aber ja, andere Länder, andere Sitten.

Familie und auch Freunde haben hier einen ganz anderen Stellenwert, dies wurde mir immer mal wieder bewusst. Auch wenn Freunde dann in verschiedenen Städten wohnen und sich nur per teure Flugreisen oder lange Zugreisen, wird der Kontakt in den meisten Fällen aufrecht erhalten. Es ist auch selbstverständlich, dass Junge eine Stelle weit entfernt von den Eltern annehmen, aber jeden Urlaub dann wieder in der Heimatstadt verbringen. Trotz der Grösse des Landes sind alle im Herzen Inder, aber doch noch sehr heimatbezogen. Das hat mich sehr beeindruckt.

Im Büro hatten wir die Basis-Schulungen abgeschlossen, die ersten Arbeiten trafen bei uns ein. Wir instruierten das Team für die verschiedenen Mandate und legten los. Ich teilte den Neuen je einen Fall zu und sagte dem Götti nebenan, dass ich jeden Fehler des Neuen auch dem Erfahrenen ankreiden werde. Das haben sie sich sehr zu Herzen genommen und ich war positiv überrascht und sehr erfreut über die Qualität der mir abgegebenen Fälle. Mein Team kannte meine strengen Kontrollen bereits, auch den Neuen zeigte ich klar auch noch den kleinsten Fehler auf. Es ist meine Aufgabe, das Team anzuleiten, das nehme ich ernst und mein Team kennt mich. Wiedereinmal war ich stolz, was das Team in den letzten Monaten gelernt hat, wir haben riesige Fortschritte gemacht!

 

 

Nun bin ich seit wenigen Wochen wieder fix zurück in der Schweiz, nach 14 Monaten Abwesenheit (von ursprünglichen 6-8 Wochen). Ich habe mich wieder gut eingelebt, kam direkt in die intensivste Zeit in Zürich und hatte daher kaum Zeit, Chennai und die Menschen dort zu vermissen. Nun merke ich jedoch, dass ich nach fast eineinhalb Jahren intensivem Arbeiten ziemlich ausgelaugt bin und daher freue ich mich auf einige Tage Urlaub, sehr bald!

Ansonsten bin ich gut angekommen, nur ab und zu kämpfe ich noch mit den Begriffen in Deutsch und wie die Formulierung nun korrekt sein sollte. Aber auch das wird bald mal wieder, hoffentlich…. Und bis dahin werde ich halt wieder etwas mehr stottern und pausieren 🙂

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