Nachtrag Vanuatu – Wissenswertes

Vanuatu ist erst seit Juni 1980 ein unabhängiger Staat. Davor hiess es Neue Hebriden und war eine britische und französische Kolonie. Zur Zeit hat Vanuatu etwa 250’000 Bewohner.
Auf den 83 Inseln werden verschiedene Dialekte gesprochen, die allgemein gesprochene Sprache ist Bislama. Einige Wörter lassen sich gut vom englischen ableiten, vor allem akustisch (Bia = Beer / Nambawan = the best {number one}). Andere sind für uns nicht zu verstehen (raffraff nam = guten Nachmittag).
Durch die Missionare sind sie christlichen Glaubens und haben auch einige Kirchen, auch wenn die ganz anders aussehen als unsere. Kanibalismus war jedoch lange ein Thema, es sei keine 100 Jahre her, seit der letzte Missionar spurlos verschwand…
Als im zweiten Weltkrieg die Amerikaner vor allem auf Tanna und Espiritu Santo einmarschierten und ihre Basen errichteten, wurden die Ni-Vanuatu, wie sich die Einwohner nennen, mit den materiellen Gütern konfrontiert. So kamen sie in den Genuss von Radios, Zigaretten, westlicher Kleidung und anderem Luxus.
Nach dem Abzug der Amerikaner bauten sie aus Bambus Einrichtungen wie den Tower nach im Glauben, dass dann wieder Flugzeuge kommen und Cargo abwerfen würden. Dieser Cargo Cult ist vermutlich nicht nur hier bekannt.
Vor allem in Tanna gibt es noch die John Frum Bewegung. Es wird spekuliert ob es “John from America” oder “John from Jesus” ist. Die Anhänger glauben, dass John Frum, der unter anderem im Vulkan Yasur haust, irgendwann zurückkehrt und ihnen die Reichtümer der Amerikaner wieder bringt.
Auf der Insel Pentecost, welche wir nicht besucht hatten, wurde das Bungee Jumping erfunden. Die Einwohner bauen auch jetzt noch hohe Türme aus Bambus und die werdenden Männer springen mit Lianen (nicht wirklich elastisch) auf die Erde. Ich kenne die Überlebensquote nicht, aber nicht alle werden dies gesund und ohne Verletzungen überstehen.
Vanuatu ist touristisch noch nicht sehr erschlossen, hat aber auf jeden Fall einiges zu bieten. Bereits jetzt kommen mehrmals pro Woche grosse Kreuzfahrtschiffe, dessen Passagiere einen Tag auf einer Insel verbringen. Zur Zeit wird vor allem in Australien vermehrt Werbung für dieses kleine Paradies gemacht. Martin und ich sind beide der Meinung, dass viele dieser Sehenswürdigkeiten kaum tauglich für den Massentourismus sind, aber wir können eine Reise auf jeden Fall empfehlen!!
Gemäss verschiedenen Quellen sollen die Ni-Vanuatu sehr glücklich sein. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen, dazu hatten wir zu wenig Gelegenheit, die lokale Bevölkerung zu treffen. Oftmals waren die Möglichkeiten, dass wir uns alleine ausserhalb des Hotels bewegen, eher limitiert mangels eines richtigen Verkehrsmittels. Aber diejenigen, die wir getroffen hatten, waren sehr freundlich und sehr offen. Sie lachten uns meist an, einige winkten uns auch zu. Alle schwärmten von Vanuatu und fragten, was wir davon hielten und wann wir wieder kommen würden. Es war offensichtlich, dass sie stolz auf ihr Land waren und dies gerne anderen zeigen möchten.
Ach ja, Vanuatu ist vermutlich das erste Land, in dem ich war, das kein McDonalds hat;-)

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