Lima – Paracas – Huacachina

(Freitag, 3. November – Dienstag, 7. November 2017)
Überpünktlich erreichten wir Lima, schnell hatten wir die Grenze passiert und unser Gepäck gefunden. Wir waren so schnell, dass unser Fahrer noch nicht eingetroffen war. Immerhin meldete sich der Hostelbesitzer via whatsapp, da fanden wir uns dann schnell.

Lima ist eine Millionenstadt, direkt am Meer. Der Abendverkehr im Zentrum war noch intensiv, im touristischeren Nebenbezirk dann etwas ruhiger. Das Hostel war in einem Wohnquartier, von aussen kaum erkennbar, drinnen sehr hübsch eingerichtet. Unser Zimmer war klein, das Badezimmer ausserhalb, für eine Nacht wird das reichen. Mein Hals war nicht besser geworden, ich nahm ein NeoCitran und legte mich schlafen. 
Früh hörte ich den Besitzer das Frühstück vorbereiten. Da wir bereits um 7 Uhr abgeholt werden sollten, hatte er sich ins Zeug gelegt und ich fand einen hübsch dekorierten Tisch mit Fruchtsalat, Toast und verlockend riechendem Schokoladenkuchen vor. 

Die Anbieter von PeruHop waren weniger spät als angenommen, der Bus in gutem Zustand. Das Abendteuer konnte also losgehen. Alex, der Guide, erklärte in gutem Englisch, wie die Stadt sich im Krieg gegen Chile hielt und wer denn jetzt den Pisco Sour sein Nationalgetränk nennen darf (logischerweise Peru). 

Nach knapp einer Stunde hielten wir bei einem Restaurant für Frühstück, für Vegetarier wie immer nicht ganz einfach, aber der heisse Aloe Vera Saft war lecker. 

Der nächste Stopp war bei einem Haus im Kolonialstil, das nach dem Erdbeben vor 30 Jahren im Jahr 2007 wieder als Hotel aufgebaut worden war. Alex erklärte verschiedene Räume und Werkzeuge, bevor wir in den Untergrund gingen. Um Steuern für die Sklaven zu vermeiden, wurden diese in engen Räumen im Keller gehalten. Ohne Licht war es stockdunkel, die Luft staubig und abgestanden. Eindrücklich, was Menschen einander antun können. 

Nach einer Weile erreichten wir Paracas, das heutige Zielort. Wir checkten im Hotel Frayle ein, für das wir uns im Bus entschieden hatten (alles gut organisiert!), und trafen uns mit Salome und Marco zum Essen. Schweizer sind überall zu finden:-)

Wir fanden ein leckeres Fischrestaurant mit guter Aussicht. Anschliessend schlenderten wir der Strandpromenade entlang, fotografierten Pelikane und schreckten Möwen auf. Ein Restaurant hatte bereits mit der Happy Hour begonnen (knapp vor 5 Uhr), es gab zwei Mojito für einen für 6 USD. Da verweilten wir dann, lernten einander und einige andere Gäste und Angestellte kennen, bis es Zeit für’s Abendessen war. 

Einige der Gruppe trafen sich zum Essen, so konnten wir uns noch etwas im grösseren Kreis austauschen. Ich spürte noch die Mojitos und die Reste der Halsschmerzen und Jetlag, daher war ich dann bald mal im Bett. Franziska kam nach einigen Runden Tischfussball nach. 
Am Morgen hatten wir uns für eine Bootstour zur Isla Ballestas angemeldet. Dort wird Guano, Vogelkot, als Dünger geerntet. Wir sahen unzählige Pelikane, Blaufusstölpel, verschiedene andere Vögel und sogar Pinguine. Auf den Felsen räkelten sich Seelöwen. Nur die wenigen Bauten auf der Insel und der intensive Gestank zeigten, wie die Insel genutzt wird. 

Der Himmel war bedeckt, aber als wir kurz danach mit dem Gepäck das Hotel verliessen, zeigte sich ein strahlender Tag für eine Tour in den Nationalpark von Paracas. Wir hielten bei einem Aussichtspunkt mit fantastischem Blick auf die Küste und einen freistehenden Felsen, den sie Kathedrale nennen. Dann ging es weiter zu einer Düne mit Blick auf den roten Strand, wir versuchten uns an einem Gruppenfoto, aber nicht jeder kann mit einer Spiegelreflexkamera umgehen:-)

Den roten Strand von Nahem zu sehen war eindrücklich, wir vier Schweizer versuchten weitere Fotospiele, bis der Bus fast ohne uns los fuhr. 

In Paracas holten wir die letzten Passagiere und dann ging die Fahrt zu meinem Traumort. Ich hatte ein Foto von der Oase in Huacachina (zu deutsch: Ort der heiligen Frau) gesehen und wollte da hin. Glücklicherweise und leider lag es auf der Tour, also waren ganz ganz viele andere auch da. 

Wir checkten ins Hostel Casa da Arena ein, das in der Mitte einen schönen Pool hatte und direkt neben der wohl lautesten Disco im Ort. Alex führte uns in ein auf Cevice spezialisiertes Essen (hab ich gesagt dass das roher Fisch, in Limettensaft gegärt, ist?), es war wirklich sehr lecker. Nur schade, dass ich die grosse, scharfe Chili für eine Peperoni hielt und in einem Mal ass… Ich erholte mich schnell mit dem Rest des leckeren Essens. 

Beim Hotel wartete ein Sandfahrzeug auf uns. Fest angeschnallt starteten wir mit lauten Motorengeheule in die Dünen. Der Fahrer fragte nach extra Trinkgeld, um dafür extra schnell zu fahren. Eigentlich eine Frechheit, das sollte alles inbegriffen sein bzw. Trinkgeld freiwillig. Wir schlossen uns der Mehrheit an und zahlten 5 Soles pro Person (knapp 2 USD). Es war dann wie auf einer Achterbahn, nach Sanddünen ging es steil nach unten, am anderen Ende wieder steil bergauf und zwischendurch einige enge Kurven. Wir wurden fest durchgeschüttelt, der Sicherheitsgurt wurde gut genutzt. 

Ab und zu hielten wir für Fotos, was wir kreativ ausnutzten. 

Oben an einer hohen Düne starteten wir dann mit unseren frisch gewachsten, einfachen Brettern. Auf dem Bauch liegend donnerten wir die ca. 30 m hohe Welle hinunter. Es sah spektakulärer aus als es war. Wir hatten nach der ersten Runde mit drei Dünen schon fast genug, machten dann die zweite Runde auch noch mit. Abgerundet wurde dieser Trip mit einem schönen Sonnenuntergang auf den oberen Dünen, mit weiteren kreativen Bildern, die leider nicht immer ganz glückten. Wir blieben ohne grosse Verletzungen. 

Im Hotel duschten wir den Sand ab und gingen zu viert essen am anderen Ende der kleinen Lagune. Zum Nachtisch gab ein Oreo im Massenlager bei Salome und Marco in ihrem Hostel. 

Gegen 9.30 Uhr trafen wir uns mit einigen der Gruppe für ein Lagerfeuer in den Dünen. Auf dem verlassenen Fussballplatz sammelten wir das trockene Holz, als ich realisierte, dass mein Rücken rapide schlechter wurde. So entschied ich mich wohl oder übel für eine frühe Nachtruhe mit Medikamenten. Trotz der lauten Disco neben unserem Zimmer war ich in 5 Minuten eingeschlafen. Franziska begleitete die anderen für das Lagerfeuer mit Aussicht auf die Lagune und anschliessendes Tanzen. 
Ich hatte trotz der Musik erstaunlich gut geschlafen, sogar bis die Musik am Pool wieder leise begann. Der Rücken war auch besser, daher machte ich mich auf für einen Spaziergang um die Lagune. Es sah so aus wie ich es mir vorgestellt hatte, wenn mal das Touristische und den Abfall ignoriert. Das Wasser war grünlich, am Ufer farbige Boote, rundherum Sand, Palmen und z.T. ältere Bauten. Mir gefiel es hier! Der kühle Wind tat auch sehr gut. 

Ich erklomm die erste Düne für eine bessere Aussicht und stieg auf der Kante bis auf den höchsten Punkt der nächsten Düne. So war ich ca. 100 m über der Lagune, mit einer 360 Grad Aussicht, traumhaft! Der Abstieg fiel um einiges leichter im Sand. Mittlerweile hatte die Sonne den Sand aufgeheizt, so dass ich die Idee mit den Flipflops nicht mehr toll fand. Im Schatten der Palmen an der Lagune kühlte ich meine Füsse und genoss die letzten Blicke auf die Schönheiten der Wüste. 

Franziska war auch aufgestanden, musste die Dusche aber abkürzen, da kein kaltes Wasser mehr da war (also nur noch siedend heiss). Allgemein war es meist nicht einfach, warm zu duschen, die Mitte zwischen kalt und heiss war nicht leicht zu finden. 

Der Bus fuhr uns zu einem Weingut, wo uns erklärt wurde, wie der typisch süsse Wein und der berühmte Pisco gemacht wurden. Nach einer Proberunde mit 4 verschiedenen Getränken waren wir auch schon wieder unterwegs. 

Mitten im Nirgendwo hielten wir an einem Aussichtsturm neben den bekannten Nasca-Linien. Wir konnten einige dieser mystischen Zeichnungen ausmachen, wollten aber nicht alle mittels Flugzeug erkunden. Das Abendessen gab es für die ganze Gruppe in der Ortschaft Nasca, dann stand eine lange Busfahrt auf dem Programm. Nach dem Film Break Point waren die meisten bereits eingedöst, ich tat es ihnen gleich und wurde erst in Arequipa wieder geweckt. 

Sorry, mein Telefon ist eine echte Katastrophe, ich finde manchmal nicht mal 2 m neben dem Router das Netz. Wer mehr Bilder sehen will, soll sich bitte melden, dann zeige ich die gerne zu Hause!

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