Ins neue Jahr mit Krach und Lichtern

(Donnerstag, 31. Dezember 2009)

Wir gönnen uns ein spätes Lachsfrühstück, jedoch mit Zimtbrot, weil wir beim Einkaufen nicht genau geschaut haben. Pech für Martin, Glück für mich;-)
Um 14 Uhr bringt uns Henry in die Stadt Tromsö, bevor er weitere Gäste auf dem Flughafen abholt. Um halb drei ist es bereits dunkel, darum holen wir uns im Touristeninfozentrum nicht nur einen Stadtplan, sondern auch reflektierende Sterne. Wir spazieren durch die Stadt, durch die Fussgängerzone und dem Hafen entlang. Ein Schiff der Hurtigruten hat in Tromsö angelegt, die Reisenden machen eine Sightseeingtour. Die Boote sind zum Teil mit Eis bedeckt, das sich mit dem feuchten Meerwind gebildet hat.
Die Sicht zum Festland ist absolut klar. Wir steigen über die Brücke zur Kathedrale. Ja, steigen ist richtig, denn die Brücke ist in der Mitte knapp 35 m hoch, damit die Schiffe unten durch fahren können. Sowas habe ich auch noch nie gesehen, aber eigentlich logisch, denn das Meer ist hier für Transporte sehr wichtig.
Die arktische Kathedrale sieht von aussen interessant aus, von innen her ist sie nichts besonderes. Wieder auf der Insel sehen wir uns die Shops genauer an. Leider sind alle geschlossen, sogar der nördlichste BurgerKing! 😉 Weil wir schon leicht frieren und etwas hungrig sind, suchen wir uns ein Restaurant. Direkt am Meer mit einer perfekten Aussicht erhalten wir einen Tisch in einem Thai-Restaurant. Das Essen wird in kreativ dekorierten Tellern aufgetischt und schmeckt lecker. Die partielle Mondfinsternis sehen wir von unserem Tisch aus auch sehr gut. Wir bleiben bis nach 22 Uhr an der Wärme.
Bis zum Feuerwerk dauert es noch eine Weile, also laufen wir weiter umher, um uns warm zu halten. Es kommen immer mehr Menschen auf die Strasse, aber mit deren Kleidung wäre ich bereits verfroren! (Zugegeben, mit unseren Snowboardkleidern waren wir wohl auch nicht dem Restaurant entsprechend gekleidet;-))
Martin ist froh, dass ich ihn überredet habe, Kamera und Stativ mitzunehmen und knippst Bilder, während ich um ihn herumtanze, um warm zu bleiben. Auch Roald Amundsen muss als Objekt herhalten. Das Feuerwerk rund um uns herum wird immer dichter, es drängt uns zum Hafen. Dort hat sich bereits eine grosse Menschenmenge versammelt, die alle die Jahreszahl 2009 auf dem gegenüberliegenden Berg anschauen. Die Raketen werden immer mehr, ich haben noch nie so viel Feuerwerk auf eine solche Fläche verteilt gesehen!
Scheinbar hat jeder hier eine Menge in dieses Knallzeug investiert. Auch Notraketen scheinen heute an der Tagesordnung zu sein, viele grell leuchtende Bälle fallen so vom Himmel. Als die Schiffe laut hupen und die Leute um uns herum applaudieren, nehmen wir an, dass das neue Jahr angefangen hat. Und siehe da, die riesige, leuchtende Zahl am Berg verwandelt sich zu 2010. HAPPY NEW YEAR!
Nach einer halben Stunde ununterbrochenem Feuerwerk hat sich dichter Qualm gebildet, die Sicht auf die andere Seite ist nicht mehr so klar. Auch riecht es jetzt klar nach Verbranntem. Meine Zehen frieren und drängen nach Bewegung. Zudem habe ich noch einen Auftrag in dieser Stadt zu erfüllen. Nur dank der Adressangabe finden wir das Büro von Ernst & Young für das obligate Foto.
Trotz der Bewegung sehne ich mich nach unserer warmen Hütte und freue mich, dass auch Henry zu früh am Treffpunkt ist. Kurze Zeit später sind wir zu Hause und warten wieder auf das Nordlicht, das diese Nacht kommen könnte…
Jedenfalls steigt die Geschwindigkeit der Sonnenwinde endlich. Das Wetter ist immer noch sehr klar und dementsprechend auch kalt. Aber das nehmen wir doch gerne auf uns, wenn wir dafür farbige Streifen am Himmel sehen können…

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