Gletscherlagune Jökulsarlon

(Mittwoch, 22. Juli 2009)

Wieder scheint die Sonne, als wir uns frühmorgens aus dem Zelt wagen. Der Wind kühlt aber immer noch stark, dennoch haben wir bislang grosses Glück mit dem Wetter.
Die heutige Station heisst Jökelsarlon, also noch näher am Gletscher und am Eis. Die Lagune ist ca. 26 km2 gross und zum Teil über 200 m tief. Sie beginnt unter der Gletscherzunge und zieht sich fast bis zum Meer hin. Der kürzeste Fluss Islands (1500 m) führt dann direkt ins Meer. Die Eisbrocken, die vom Gletscher abfallen, bleiben einige Jahre im See, schmelzen langsam und landen schlussendlich im Meer.
Für verschiedene Filme und Werbespots bot diese Lagune eine interessante Kulisse. Bei James Bond “Die Another Day” wurde der kleine Zufluss, der Salzwasser in die Lagune spült, gestaut, so dass alles gefror und eine Verfolgungsszene auf dem Eis gedreht werden konnte.
Ganz touristisch melden wir uns für eine Fahrt auf dem Amphibienfahrzeug auf der Lagune an. Dabei erzählt uns eine isländische Blondine einiges über den See und die Umgebung. Zum Beispiel dass der tiefste Punkt im See der tiefste Punkt von ganz Island ist. Etwa 14 km daneben ist der höchste Berg Islands, der etwa 2110 m vor uns aufragt. Das Eis ist durch den Druck und die Masse des Gletschers stark komprimiert und würde sich super für eine Cocktailparty eignen, da es langsamer schmilzt. Sie zerbricht einen solchen kleinen Eisblock und lässt uns 1000 Jahre altes Eis probieren. Es schmeckt kalt;-)
Wir setzen uns ans Ufer und essen gemütlich eine Suppe. Die warme Sonne lädt zum Geniessen ein und so dösen wir einige Zeit. Ein Platz zum Campen ist auch schnell gefunden, etwas abseits der Touristen, aber noch knapp in Reichweite der Überwachungskamera;-) wir schlagen die Zelte etwas erhöht am Ufer der Lagune auf mit einer traumhaften Aussicht!
Nach dem Abendessen spazieren wir dem See entlang um uns aufzuwärmen und die skurilen Eisformationen anzuschauen. Ein Kopf schaut aus dem Wasser, einer der ca. 80 Seehunde zeigt sich, taucht aber wieder unter und versteckt sich.
Das Wetter macht Kapriolen, der Wind dreht sich alle fünf Minuten und so lassen wir uns überraschen. Die Abendsonne nach kurzem schwachem Regen beleuchtet die Eisberge wunderschön. Unsere Fotografen können nicht genug davon kriegen.
Trotz der Gletschernähe und dem teilweise kalten Wind, der über den See kommt, ist es nicht zu kalt im Zelt. Und der Schlafsack wärmt sehr gut.

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