Arbeiten in Chennai – 2. Woche

(Montag, 10. bis Freitag 14. November 2014)

Durch die Nähe zu meinem Team erfuhr ich vieles über die Detailprozesse hier. Sie legen viel Wert auf Prozessabläufe hier und halten das Vieraugenprinzip konsequent ein. Eine Checkliste stellt sicher, dass die Fehler minimiert werden und es kann auch jederzeit ein Report pro Mitarbeiter über dessen Qualität produziert werden. Solche Statistiken sind bei uns undenkbar.
Ich konnte auch viele Fragen gleich vor Ort klären und ihnen Hintergrundinformationen liefern, damit sie ihre Arbeit noch besser machen konnten.
Über Mittag ging ich mit den Jungs zu Dominos, es wurde eine grosse Auswahl Pizzas und anderes bestellt und munter geteilt. Sie akzeptierten mich problemlos und plauderten über alles, wie wenn ich sie schon lange kennen würde und wir beste Freunde wären.
Vor allen anderen durfte ich den monatlichen Test über unsere Systeme etc. machen, ich hatte 60% der Fragen richtig beantwortet, was den Teamleiter nicht zufrieden stellte. Da es aber nicht meine tägliche Arbeit betraf (sondern den Teil bei dem uns das Team in Chennai unterstützte), kam ich mit einem mahnenden Blick durch. Als das gesamte Team (nicht nur die “Schweizer”) dann den Test machte, wurde mir sogar eine Reihe zugeteilt, die ich beaufsichtigen sollte. Die Resultate wurden anschliessend in die Qualitätsdatenbank eingetragen und mit dem Team besprochen.
Heute waren wir zu müde, um nach der Arbeit noch etwas zu essen zu suchen und liessen uns (für mich das erste Mal!) vom Zimmerservice etwas bringen. Ich war mal wieder froh, nicht alleine zu sein, aber sogar Navin hatte zum Teil Mühe, die Angestellten hier im Hotel zu verstehen.
Ich hatte mich für dieses Hotel entschieden, weil es nah beim Büro lag und von EY Mitarbeitern aus anderen (indischen) Büros genutzt wurde. Es hatte sogar ein Shuttlebus zum Büro. Ich wurde jedoch jeden Morgen von Navin abgeholt, der ganz in der Nähe wohnte.
Morgen sollte mein Kollege aus der Schweiz eintreffen, daher zog ich in das Hotel seiner Wahl um. So packte ich meine Sachen wieder in den Koffer und verstaute diesen im kleinen Kofferraum von Navin’s Swift. Bei so viel Sicherheitsleuten in der Tiefgarage machte ich mir keine Sorgen, dass etwas geklaut wurde. In der Garage stehen übrigens unzählige Fahrzeuge, auch sehr sehr viele Motorräder. Ich hätte von mehreren Kollegen mal eines ausleihen dürfen, aber es war mir dann doch zu unsicher, auf diesen Strassen zu fahren…. Aber es gab sehr viel zu sehen!

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Der heutige Arbeitstag verlief ereignislos, keine Ahnung was ich von heute erzählen könnte….
Am Abend fuhren wir ins Hotel ITC Grand Chola, ein riesiger Palast eine gute halbe Stunde vom Hotel entfernt (bei gutem Verkehr). Kaum waren wir im Hotel durch die Sicherheitskontrolle gefahren, überliess mir Navin das Steuer seines Autos. Etwas ungeschickt umrundete ich das Hotel und parkte das Auto sicher in der Tiefgarage. Als Dank für die Chauffeursdienste lud ich ihn ins italienische Hotelrestaurant ein, solches Essen war er sich nicht gewöhnt, aber zum Glück gab es da auch Chicken 😉

Pieter kam mitten in der Nacht an, so schlief ich auch etwas länger und kehrte nach dem Frühstück ins Zimmer zurück um zu arbeiten, gemütlich vom Bett aus, herrlich. Bis zum Mittagessen war Pieter wach und wir fanden glücklicherweise einen Platz in diesem Palast, wo man Tageslicht hatte. Wir brachten uns gegenseitig auf den neusten Stand der Dinge und besprachen das Vorgehen der nächsten Tage und vieles mehr.
Zum Abendessen hatten wir einen Teil unseres Teams eingeladen, mit uns im Hotel zu essen. Sie erklärten uns am Buffet, was was ist und empfahlen uns das Beste. Für mich war es dann doch wieder etwas zu scharf, mir hatte das Essen in den normalen Restaurants (von Hand) besser geschmeckt.

Der Arbeitsalltag mit Pieter bestand aus mehr Meetings und weniger Plauderpausen. Da ich wegen einem Kundentelefon bis um acht im Büro bleiben musste (Zeitverschiebung sei Dank), schickte ich Pieter mit unserem Chauffeur nach Hause und verliess dann das Büro mit Navin nach acht. Weil wir so spät gingen, mussten wir noch in einem Buch unterschreiben, was genau verstand ich nicht. Da ich (als Gast) das Büro aber mit einem männlichen Kollegen verliess, war das für die Sicherheitsleute kein Problem. Andere Länder, andere Sitten…
Heute parkte ich das Auto schon sicherer als gestern, aber der Blinker war immer noch auf der falschen Seite;-) Schnelles Fahren war auf dem Hotelgelände unmöglich, was wohl auch besser war. Gerne wäre ich auf der Strasse gefahren, wollte aber nicht riskieren, eine Schramme an einem fremden Auto zu machen, geschweige denn mit der Polizei zu sprechen….

Der Freitag verlief ohne grössere Probleme. Wir luden das Team zu einem Getränk bei Cafe Coffee Day, Indiens grösste Kaffeekette, ein. Wie immer bei fast allen Situationen machte das Team viele Fotos, Selfies zu machen scheint hier an der Tagesordnung zu sein! Auf Facebook werden sehr viele solche Fotos gepostet. Ungewöhnlich für mich, waren doch von mir bisher kaum Fotos auf Facebook…

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Erst als wir das Büro in Richtung Hotel verlassen wollten, erfuhren wir dass der Fahrer nicht bereit war. Trotz Einsatz des EY-Verantwortlichen konnte kein Ersatz mehr gefunden werden. So waren wir einmal mehr froh um Navin’s Auto. Heute durfte Pieter das Auto in der Garage parken, er hatte genausoviel Spass wie ich.
Eine intensive Arbeitswoche ging zu Ende…

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