Arbeiten in Bangalore

Ich schlief gut in meinem riesigen Bett und konnte auch das Frühstücksbuffet besser erkennen. Die Auswahl war riesig.
Vor dem Hotel standen Metalldetektoren wie am Flughafen, jeder Gast, der hinein will, muss durch die Detektorentüre gehen. Auf dem Vorplatz standen viele privaten Taxis, die all die Geschäftsleute in ihre Büros bringen sollten. Nur unser Fahrer war nirgends zu sehen, er erschien erst verspätet. Der Verkehr war ruhig für lokale Verhältnisse, einerseits waren wir vor der Rush Hour unterwegs, andererseits waren Schulferien.

Das Büro war in etwa so wie ich mir das vorgestellt hatte: Ein riesiges Grossraumbüro mit kleinen Arbeitsplätzen. Unser Sitzungszimmer war in der Mitte, d.h. ohne Fenster. Wir wurden bald von den Kollegen begrüsst. Einen hatte ich schon in der Schweiz getroffen, mit einem anderen viel Kontakt per email, Chat und Telefon. Schön, dass nun endlich ein Gesicht dazu kam!

Wir verbrachten den ganzen Tag mit Meetings mit vielen verschiedenen Mitarbeitern aus verschiedenen Abteilungen, um uns ein Bild zu machen. Für das Mittagessen wurden wir in ein spanisches Take Away eingeladen. Trotz meiner dreimaligen Bitte für ein mildes Essen war mein Burrito eher scharf, aber daran würde ich mich gewöhnen müssen.

Wir kehrten zeitig in unser Hotel zurück, denn der Verkehr soll in den Hauptzeiten wirklich zum Stillstand kommen, das wollten wir vermeiden.

Wir schlossen den Tag mit einem leckeren Essen im italienischen Restaurant im Hotel ab.

Den zweiten Tag begann ich mit einer Runde im Swimming Pool, es tat sehr gut! So war ich wach und konnte während der Fahrt ins Büro etwas von der Stadt sehen. Kühe, Hunde und Ziegen laufen hier frei herum. Neben den Strassen liegen teils grosse Abfallberge, dazwischen sind kleine Shops mit Pflanzen, Essen, Spielsachen oder anderem. Ab und zu hausten auch Menschen am Strassenrand. Auf der Strasse liefen Menschen zwischen Fahrrädern, Motorrädern, Autorikschah, Autos und Bussen. Die breite Strasse zeigte keine Fahrspuren, die hätte auch niemand respektiert. Bei uns wären drei Spuren eingezeichnet, hier fuhr jeder wie er wollte und wo es Platz hatte (oder auch nicht). Blinker und Rückspiegel wurden restriktiv genutzt, wichtiger war eine funktionierende Hupe um anzuzeigen, wo man durch wollte. Ich war sehr froh, nicht am Steuer sitzen zu müssen!

Im Büro beim Empfang sassen viele Menschen, die sich bei unserer Firma bewerben wollten. Das vorzeitige Einreichen eines Lebenslaufes sei hier nicht notwendig, man geht direkt bei der Firma vorbei und stellt sich so vor. Die Mitarbeiter hier scheinen gerne für diese Firma zu arbeiten, viele sagten uns, dass sie am Wochenende arbeiteten.

Nach der Arbeit nutzten wir die Happy Hour in einer Bar neben dem Büro, zwei Bier zum Preis von einem, d.h. für 160 Rupien (ca. 1.60 CHF) mit Fingerfood, der nur teilweise leicht scharf war. Die indischen Kollegen amüsierten sich, denn was für mich scharf war, war für sie immer noch fade;-)

Auch der dritte Tag begann mit einer Runde schwimmen. Der Poolwächter informierte mich wie instruiert wieder pünktlich (mit einer Flasche Wasser), dass ich jetzt aufbrechen sollte. Wie alle anderen hier ist auch er sehr freundlich und hilfsbereit und spricht gerne. Allgemein habe ich festgestellt, dass Inder gerne reden, egal ob sie Fragen stellen oder selber von ihrem Leben erzählen. Unser Fahrer wie auch viele im Büro sagen oft „Yes sir/mam“ und „Sure“ und sind eher unterwürfig. Die wenigsten begegnen uns auf gleicher Ebene. Das war für mich sehr speziell, kannte ich diese Umgangsform bisher nicht.

Am Casual Friday erscheinen einige der Mitarbeiter in traditionellen Kleidern (inkl. Sandalen). So war das Büro sehr farbenfroh heute. Auf den Strassen war dies zum Teil auch zu sehen, die Frauen sassen im Damensitz hinten auf den Motorrädern, die Helme überliessen sie aber den Männern (wenn überhaupt).

Trotz meinen zwei Tagen Erfahrung hier hatte ich immer noch Mühe, mir die Namen der Meetingteilnehmer zu merken und liess mich immer wieder überraschen, ob ein Mann oder eine Frau auftaucht. Aber alle waren freundlich und freuten sich sehr über die Schweizer Schokolade!

Am Ende des Tages verteilte ich den Rest der Schokolade im Büro, verabschiedete mich von einigen und dann kehrten wir ins Hotel zurück. In der Hotelbar war Happy Hour, das hiess hier gratis Getränke. Trotzdem (oder gerade deshalb) brauchten wir noch einige Zeit, bis wir unsere Wochenzusammenfassung fertiggestellt und an unsere Chefs übermittelt hatten. Dafür gönnten wir uns ein weiteres, sehr sehr leckeres Abendessen im japanischen Restaurant.

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